Friedrich Fröhlich

Selbstbildnis, Friedrich Fröhlich
Selbstbildnis
Friedrich Fröhlich, 32
Mischtechnik auf Papier
1 × 1  cm
"Bevor ich das Bild angefangen habe zu malen hatte ich glaube ich bloß so Plotterzeichnungen gemacht. Also es war alles sehr sauber! Wenn alles sehr sauber ist dann wird es schnell so leblos. So unmenschlich. Und Plotterzeichnungen sind nun einmal eine sehr feine ... ähm ... Arbeit. Also wo alles genau eingestellt werden muss und wo ich alles bereits vorarbeite. Also der Kopf ... Das ist viel Kopfarbeit. Und wo ich dann auch aufpassen muss, dass das Papier keine Knicke hat und so weiter. Und die Stifte ... ähm ... immer wieder ausgewechselt werden. Und irgendwann nervt das halt und ich muss irgendwas machen, was ... ähm ... wo ich einfach die Hände bewegen kann! Wo ich irgendwelche Stifte in die Hand nehmen kann. Irgendwelche Pinsel. Wasser. Und einfach drauf losmalen kann. Und hier hab ich einen Spiegel genommen und dann einfach ... ähm ... meinen Kopf gezeichnet. Ohne drüber nachzudenken, wo was genau hin muss. Also auch ohne Schattierungen. Das ist einfach so dann entstanden. Es sieht, finde ich, auf der einen Seite sehr ... irgendwie hässlich aus! So ungeplant. So ganz ohne Handwerk! Und das stimmt ja auch. Davor hatte ich mir auch Bücher und Ausstellungen angesehen, wo ... äh ... Also Kunst von psychisch Kranken. Das hängt jetzt ganz oben im Flur."


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Art brut

Art brut
Selbstbildnis, Friedrich Fröhlich
Art Brut, auch bekannt als Outsider Art, ist ein Begriff, der eine spezifische Art der Kunst bezeichnet, die von Künstlern mit wenig oder keiner formalen künstlerischen Ausbildung geschaffen wird. Dieser Begriff wurde vom französischen Künstler Jean Dubuffet geprägt.

Die Wurzeln von Art Brut reichen bis ins späte 19. und frühe 20. Jahrhundert zurück. Zu dieser Zeit begannen Psychiater und andere Fachleute, sich für die Kunst von Menschen mit psychischen Erkrankungen oder geistiger Behinderung zu interessieren. Sie erkannten den Wert und die Einzigartigkeit dieser Werke, die oft einen spontanen und unmittelbaren Ausdruck von Emotionen und inneren Erfahrungen darstellten.

Jean Dubuffet war einer der ersten Künstler, der diese Art von Kunst wertschätzte und förderte. In den 1940er Jahren begann er, Werke von Menschen mit psychischen Erkrankungen, geistiger Behinderung oder inhaftierten Personen zu sammeln. Dubuffet war von der Unvoreingenommenheit und Authentizität dieser Werke fasziniert und nannte sie "Art Brut" (rohe Kunst). Er betrachtete diese Kunst als eine Art kreativen Ausdruck, der von der kulturellen und sozialen Norm abweicht und daher frisch und unverfälscht ist.

Dubuffet gründete 1948 die Compagnie de l'Art Brut und organisierte Ausstellungen, um die Werke von Art Brut-Künstlern der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Diese Ausstellungen trugen zur Anerkennung und Wertschätzung der Art Brut bei und beeinflussten viele Künstler und Kunstkritiker. Dubuffet selbst integrierte Elemente der Art Brut in seine eigene Arbeit und schuf eine eigenständige künstlerische Sprache.

Ein bedeutender Künstler, der mit Art Brut assoziiert wird, ist der schweizerische Künstler Adolf Wölfli. Wölfli war ein psychisch kranker Patient, der in der psychiatrischen Klinik Waldau in Bern lebte. Er schuf komplexe Zeichnungen und Kollagen, die seine Fantasiewelten, persönlichen Geschichten und spirituellen Überzeugungen ausdrückten. Seine Werke wurden später von Künstlern wie Dubuffet als herausragend anerkannt und sind heute international bekannt.

Ein weiterer wichtiger Vertreter der Art Brut ist der französische Künstler Gaston Chaissac. Chaissac, ein Autodidakt, war bekannt für seine intuitiven Zeichnungen, Skulpturen und Collagen. Seine Arbeiten zeichnen sich durch eine spielerische und oft humorvolle Darstellung aus, die von alltäglichen Objekten und der Natur inspiriert ist.

Psyche Jesus