Rachel Weissenberger

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Selbstporträt

Schon als ich noch ein kleines Kind war, habe ich kaum etwas anderes getan als malen, zeichnen und schreiben. Ich schrieb Bücher, die ich illustrierte, zeichnete meine Katzen, entwarf Briefpapier und bastelte Collagen. Aber erst mein damaliger Oberstufenlehrer Dr. Zang brachte mich ernsthaft auf die Idee, daß ich wirklich eine Chance habe, Kunst zu studieren. Gerne hätte ich mich beworben, doch trotz meiner guten Noten im Kunstunterricht wußte ich nicht so recht, ob ich so selbstbewußt sein soll, eine Mappe einzureichen. Ich wollte eine perfekte Mappe haben, um sie an EINER Uni einzureichen, nicht zwei halbwüchsige, die mir zwei halbe Chancen an verschiedenen Unis gaben. So setzte ich auf die Uni Siegen - und wurde prompt genommen. Meine Liebe zu Englisch (Sprache, Literatur und Kultur) machte es mir leicht, mein zweites Studienfach zu wählen.

Seit 1991 habe ich an der Universität Siegen (mit Auslandsaufenthalt in Glasgow, an der University of Strathclyde 1994/95) Englisch und Kunst studiert und 1997 erfolgreich mit dem Ersten Staatsexamen (Sekundarstufen I+II) abgeschlossen. Das Studium der Kunst auf Lehramt teilt sich in drei Bereiche: Kunstgeschichte, Didaktik und Praxis. Im Grundstudium mußte ich alle Grundbereiche in der Praxis abdecken: Skulptur und Plastik (im Schweiße meines Angesichtes arbeitete ich an der "Skulptur aus Holz" - ich habe so viele Stunden drinnen und draußen mit ihr verbracht, habe zugesehen, wie sie immer kleiner und geschwungener wurde, habe mir anfangs so oft in den Finger gehackt und sie dann noch bis zum Termin der Grundstudiums-Mappenabgabe gebeizt, daß ich sie eigentlich nicht mehr hergeben möchte), Fotografie (hier entstanden einige der Schwarz-Weiß-Fotografien), Umweltgestaltung (darunter konnte ich mir gar nichts vorstellen, bis ich mitbekam, daß man auch ein Bilderbuch gestalten darf!), Zeichnung (wobei unter anderem die zahlreichen Akte entstanden sind) und Malerei - das Gebiet, auf das ich mich später konzentrieren wollte. Meine Prüfungsthemen im Examen (Kunstgeschichte) waren Caravaggio, die niederländische Portraitmalerei, der Impressionismus, sowie (Didaktik) die Ästhetik des Bilderbuches, die Geschichte der Kunstdidaktik und die Kinderzeichnung (Thema für die Sekundarstufe I). Die fachpraktische Prüfung habe ich mit der Note 1,7 abgeschlossen, wobei der Schwerpunkt der Atelierstudien auf abstrakten Farbkompositionen (Öl, Acryl) und später insbesondere auf schottischen Landschaften (Acryl, Öl, Aquarell, Pastellkreiden) lag.

Während meines Studienaufenthalts in Schottland konnte ich mein Interesse an der Landschaftsmalerei vertiefen, wobei ich teilweise vor Ort (draußen) arbeitete, teilweise meine Skizzen anhand von Fotos später im Atelier ausarbeitete. Während meiner Atelierstudien betreute mich Prof. Gerhard Mai, der mir ein guter Freund und Mentor geworden ist. Durch ihn fing ich an, mit Öl und Spachtel zu experimentieren. Ohne zunächst viele seiner Werke gesehen zu haben, schlug mein Stil tatsächlich bei den abstrakten Gemälden sehr in seine Richtung. Nebenbei interessierte ich mich sehr für Farblehre und nahm an vielen Stilleben-Kursen teil, welche mir Zeit gaben, meine Technik zu verfeinern, verschiedene Kontraste auszuprobieren und verschiedene Materialien (hier arbeitete ich hauptsächlich mit Acryl und Aquarell) zu erproben. Diese Kenntnisse nutzte ich für meine Atelierstudien. Eines Tages sah mein "Meister", wie ich eine Vorzeichnung anfertigte: Es sollte ein Bild der schottischen Highlands werden, welches ich mit Öl und Spachtel ausarbeiten wollte. Mai sprang auf, ausrufend, daß mein wahres Talent offensichtlich im Zeichnen liege, und versuchte, mich zu überreden, mehr zu zeichnen statt zu malen. Da ich hingegen so gerne mit Farbe arbeitete, fanden wir einen Kompromiß: Am nächsten Tag standen in meinem Werkraum ein riesiger Koffer mit Pastellkreiden und das dazugehörige grobkörnige Papier. Das farbige Zeichnen sollte daraufhin wirklich Jahre meines Schaffens bestimmen. Auch hier gab es viel zu experimentieren: Zeichnet man mit dem Stift oder nimmt man die Kante einer Kreide und wischt auf dem Papier die Farbe auf? Vermischt man die Farben oder setzt man sie nebeneinander? Was passiert, wenn man die Pastellkreiden mit schwarz-weiß-Kreiden mischt? Oder gar mit Tusche? Kohle? ...die Möglichkeiten waren enorm. Leider habe ich nicht mehr alle meine Gemälde aus dieser Periode. Viele davon habe ich verschenkt - eines davon hat Professor Mai als "Belohnung für seine Entdeckung" zum Geburtstag bekommen.

Nach meinem Staatsexamen arbeitete ich für ein Jahr am George Watson’s College, Edinburgh. Meine Anstellung als fremdsprachliche Assistentin ließ mir genügend Freiräume für eigene Studien, so daß ich den hervorragend ausgestatteten Fachbereich Kunst sowohl für eigenes Arbeiten als auch für ehrenamtlichen Unterricht (im Zeichnen, Farblehre, zum Teil auch kunstgeschichtliche Seminare und die Organisation von Ausstellungen) nutzen konnte. Mein Plan, im Anschluß an dieses Auslandsjahr meine Dissertation in Schottland anzufertigen (ich hatte bereits einen Doktorvater in Aberdeen), wurde aufgrund der hohen Studiengebühren für Doktoranden zunichte gemacht, so daß ich dieses Vorhaben offiziell an der Universität Siegen angegangen bin, während ich gleichzeitig am 01.02.1999 mein Referendariat am Theodor-Heuss-Gymnasium Hagen begann, obwohl mein eigentliches Ziel nie das Unterrichten an der Schule gewesen ist, sondern Forschung und Lehre an einer Universität. Das Unterrichten am Gymnasium hat mich allerdings auch ein Stück weiter gebracht - nicht nur meine didaktischen Fähigkeiten waren hier gefragt, sondern auch meine künstlerischen. So trug es sich zu, daß ich während meiner Arbeit mit dem Oberstufenkurs Dinge probierte, die auch für mich relativ neu waren: Ich entdeckte meine Zuneigung zu Steinskulpturen (im Schweiße meines Angesichts und mit blutenden Fingern - ähnlich wie bei der Holzskulptur) und ich bearbeitete mit den Schülern Fotocollagen, Seidenmalerei und vieles mehr.

Schon während meiner Arbeit am George Watson’s College und am Gymnasium in Hagen wurde mir bewußt, daß es nicht nur wesentlich erfüllender ist, Kunst zu unterrichten (im Vergleich mit meinem zweiten Fach, Englisch), sondern daß ich hierzu auch offensichtlich noch viel bessere Fähigkeiten mitbringe. Meiner eigenen künstlerischen Tätigkeit bin ich nachgegangen, indem ich während meiner zahlreichen (Studien- und Urlaubs-) Aufenthalte in Schottland die schottische Landschaftsmalerei und -fotografie weiter vertieft habe und somit meinen Stil weiterentwickeln konnte. Meine Arbeiten präsentiere und verkaufe ich seit 1997 hauptsächlich im Internet.
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