Bildende Künstler

"Risikofreude" Yolanda Tabanera und Pablo Milicua

20.3.2015 - 23.5.2015


Galerie 100 kubik
Mohrenstrasse 21
50670 Köln
Deutschland

Ausstellungsdauer
20.3.2015 - 23.5.2015


Der Begriff Risikoaffinität , Risikofreude bzw. Risikosympathie bezeichnet in der Entscheidungstheorie die Eigenschaft eines Marktteilnehmers, z.B. Investors, bei Wahl zwischen mehreren Alternativen gleichen Erwartungswerts stets die Alternativen mit dem größeren Risiko hinsichtlich des Ergebnisses – und damit auch dem höchstmöglichen Gewinn – zu bevorzugen. (aus Wikipedia) Die Ausübung von bildender Kunst beinhaltet immer ein Gleichgewicht, einen beständigen akrobatischen Akt am Rande des Unmöglichen, dessen Risiko eine tiefe Angst oder einen Schwindel hervorruft – wie im Zirkus oder im Extremsport – auf eine aufregende und sinnliche Weise. Risikofreude ist das wilde Gefühl, das die Angst vor dem Scheitern überwindet, das Unverständnis etwas Unbekanntes und Höheres, das man nur ansatzweise vermutet hat, erlangen zu können. Dieses wilde Gefühl lädt zur Übertretung auf unbekanntes Gebiet ein, jenseits des Nervenkitzels, den ein Kind verspürt, wenn es in ein mysteriöses, verlassenes Haus eintritt. Nicht nur der Künstler, auch der Kunstliebhaber selbst geht in der Auseinandersetzung mit den Kunstwerken ein unbekanntes Risiko ein. Der Schritt über das Denkbare und Mögliche hinaus, die Ausweitung der Grenzen der Realität sind das einzige Sinnvolle, die ultimative Rentabilität, der Gewinn und der enorme Reichtum einer neuen Welt, eines neuen Universums. Der Titel der Ausstellung „Risikofreude“, spiegelt die Lust, Bereitschaft und Unabwegbarkeit der Kunst in ihrem Entstehen und ihrer Rezeption wieder, der sich Yolanda Tabanera (*1965, Madrid) und Pablo Milicua (*1960, Bilbao) verschrieben haben. In den Skulpturen und Installationen der Künstlerin Yolanda Tabanera zeichnet sich ihr Interesse und ihre Beschäftigung mit der Wirkung von Materialität, Ober- fläche und Volumen ab. Sie schafft ihre Werke aus zusammengetragenen Materialien wie Glas, Espartograss, Leder, und Keramik. Tabanera scheint in Ihren Arbeiten das Leben in allen Stadien auszudrücken. Immer wiederkehrende Themen ihrer Arbeiten sind die Vergänglichkeit und das Organische - überreife Früchte voller Leben oder bereits im Vergehen begriffene zart gezeichnete Skelette und Totenschädel in ihren Papierarbeiten erinnern an die primitive Kunst. Ihre Werke verbindet etwas Ursprüngliches, Erdverbundenes und Spirituelles, das sich auch in den Collagen Milicuas wiederfindet. Milicua zelebriert in seinen Werken die Akkumulation des Trivialen, die Kombination vieler verschiedener Dinge, und den Gefallen an einer mythischen Art, die ebenfalls auf das Primitive und Fruchtbare anspielt. Pablo Milicuas schwarz-weiß Collagen sind ebenfalls unter dem kreativen Prozess zu verstehen, ein Objekt mit Geschichte in eine neue Bedeutung zu überführen und etwas Neues entstehen zu lassen. Die vielen puzzleartigen Bildfragmente, die mühevoll gesammelt und in einen neuen Kontext gebracht werden, bilden imaginierte Landschaften ab und erinnern an Arbeiten der Renaissancekünstler wie Pieter Bruegel oder Hieronymus Bosch. Überbordend und vom Auge auf den ersten Blick kaum zu erfassen wirken Milicuas Landschaften. Erst bei genauerem Hinsehen offenbaren sich dem Betrachter exotische, traumartige und fremd anmutende Welten, in denen er jedoch einzelne bekannte Fragmente erkennen kann. Mit jeder neuen Arbeit erweitern beide Künstler die eigenen Vor- stellungsgrenzen und lassen mit ihren künstlerischen Ausdrucksmitteln neue Welten entstehen Milicua und Tabanera feiern in Ihren Werken die Lust am Unbekannten und an der Kunst selbst, die immer auch die Lust am Risiko darstellt. Das Unbewusste spielt eine große Rolle in ihren Werken, die somit im Gegensatz zur sicheren und bekannten, kalkulierten Kunst steht. Text: Pablo Milicua/ Karoline Sieg

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