Bildende Künstler

Augentäuschung in der Malerei der Gegenwart

16.5.2007 - 26.8.2008


Stadtmuseum Fembohaus
-
90403 Nürnberg
Deutschland

Ausstellungsdauer
16.5.2007 - 26.8.2008


Fünf Maler (Jürgen Dressel, Wolfgang Harms, Michael Lassel, Jo Niklaus, Hans Niklaus) unserer Zeit: fünf künstlerische Temperamente vereint in einer Ausstellung. Was sie verbindet, ist ihr Streben nach hoher, fast altmeisterlicher Perfektion in der Trompe-l`oeil-Malerei, der Kunst der Augentäuschung. Die Titel ihrer Arbeiten sind Programm: "Turm zu Babel", "Bau und Verfall der Kathedrale", "Roter Mondvogel", "Warhols Marylin in Scherben". "Was schönheit ist-ich weiß es nicht", "Der einsame Wolf", "Parfüm des Orients". Die Titel beflügeln unsere Phantasie, rufen Erinnerungen wach und wecken unsere Sinne, Sehnsüchte und zuweilen Ängste. Vom Reiz zur Täuschung ist es nur ein kleiner Schritt. Der Weg führt in diese Richtung, denn nur was fesselt, kann auch täuschen. Alles, was die Sinne reizt, haben die Künstler aufgeboten, um die Sinne in die Irre zu führen: hoch aufgetürmte Pyramiden mit anspielungsreich zusammengefügten Relikten unserer heutigen Kultur, oft gespiegelt im Trivialen, wie Dürers Selbstbildnis auf der Lebkuchendose, fabelwesen in wuchernden Fantasielandschaften, Muscheln in unendlichen Farben und bizzaren Formen, adressierte und frankierte Briefumschläge als Fundstücke in Bilderrahmen, Popidol unter gesplitterter Glasscheibe. Mehr als fünfzig Werke zeigt die Ausstellung. Kunstgeschichtlich stehen die Arbeiten in der Tradition der Trompe-l`oeil-Malerei mit Anleihen aus dem Surrealismus und dem Phantastischen Realismus. Vorbilder, Zitate und Anklänge aus der fünfhundertjährigen Geschichte des Trompe-l`oeil finden sich verstreut in den Werken aller Künstler: der Typ des Jagdstilllebens des 16. Jahrhunderts, die illusionistischen Verkleidungen von Interieuers wie Schränken etc., das Vanitas-Motiv des 18. Jahrhunderts, das Quodlibet mit kleinen Dingen des Alltags oder auch Porträts unter zerbrochenem Glas, ein Sujet, das ebenfalls im 18. Jahrhundert beliebt war. Die Künstler erfüllen die Tradition mit neuem Leben, denn die Gegenstände, die sie uns zeigen, stammen zumeist aus unserer Zeit, sind uns vertraut. Der Möglichkeitssinn des Künstlers, wie ihn Robert Musil in "Der Mann ohne Eigenschaften" anführt, wirft sich auf die Wirklichkeit und schafft Trugbilder ohne Zah: Der Künstler erfindet: Hier könnte, sollte, müßte entstehen; und wenn man ihm von irgend etwas erklärt, dass es so sei, wie es sei, dann denkt er: Nun, es könnte wahrscheinlich auch anders sein. So ließe sich der Möglichkeitssinn geradezu als Fähigkeit definieren, alles, was ebensogut sein könnte, zu denken, und das, was ist, nicht wichtiger zu nehmen als das, was nicht ist.... . Es ist die Wirklichkeit, welche die Möglichkeiten weckt, und nichts wäre so verkehrt, wie das zu leugnen.

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