Bildende Künstler

Perspektive Straßenleben



Am 15. Dezember werden die Fotografien des Projekts „Perspektive – Straßenleben“ in / auf dem Burgplatz in Düsseldorf ausgestellt. Im Rahmen des Projekts, das Obdachlosen Einwegkameras zur Verfügung stellte, sind mehr als 150 Fotos entstanden. Die Fotos dokumentieren den Alltag Wohnungsloser aus der Perspektive der Betroffenen. Das von Christian Dominik und Tobias Schüppen initiierte und gemeinsam mit Düsseldorfer Obdachlosen und dem Straßenmagazin FiftyFifty durchgeführte Projekt zeigt den subjektiven Blick auf den Alltag. 36 Fotografien wurde für die Ausstellung ausgewählt. Viele der Fotografen werden anwesend sein. Ein Rahmenprogramm mit dem Songwriter Duo Just in Tune und Christof Alipass & warmen Getränken startet um 17 Uhr. Die Ausstellung wird von Christian Dominik & Tobias Schüppen um 17 Uhr eröffnet. Das Projekt ist mit freundlicher Unterstützung von SOS Rassismus NRW, Firma Day & Night Transportservice GmbH, Philipp Schumacher Fotografie, FiftyFifty & aXept realisiert worden.




Das Projekt „Perspektive Straßenleben“ wurde bereits auf dem 12. Berliner Fachkongress „Armut und Gesundheit, Prävention für gesunde Lebenswelten“ erfolgreich präsentiert. Hier haben die beiden Ausstellungsmacher interessante Kontakte geknüpft, damit die Ausstellung in 2007 auch durch Deutschland wandern kann“. Auch die Medien wie WDR Lokalzeit, WDR 2 Hörfunk, die Deutsche Welle, Rheinische Post, NRZ, WZ und WDR WestArt haben bereits im Vorfeld über das Projekt berichtet. Des weiteren ist ihnen gelungen Markus Grimm (Popstar v. Pro 7 und Exbandmitglied von NU PAGADI) als Paten für das Projekt zu gewinnen. Er wird bei Ausstellungsbeginn eine Rede halten.



Die Ausstellung soll das Thema „Leben auf der Straße“ nun einer größeren Öffentlichkeit zugänglich machen und durch den „subjektiven Blick“ der Fotografen eine authentische Sichtweise der Lebensverhältnisse ermöglichen. Aktuelle Informationen zu deren Situation und zu den verschiedenen Hilfsangeboten der Sozialarbeit ergänzen das Projekt. Eine Online-Galerie ermöglicht einen ersten Blick auf die ausgestellten Arbeiten. Einer der Künstler, der auf der Platte einfach ‚Zippo’ heißt, hat ein halbes Jahr auf der Straße verbracht, dann hatte er wieder eine eigene Wohnung. Seine Motive für die Fotos fand er im direkten Umfeld, wo er die Zeitung FiftyFifty verkauft. „Ich hatte einen echten Schnappschuss als ich zwei Ordnungsbeamte von hinten fotografieren konnte. Sie schlendern an einem Schaufenster vorbei, auf dem der Ausdruck ‚Gut und Gerne!’ zu lesen ist – genau solche Situationskomik suche ich in meinen Bildern“ sagt Collin. Er erzählt auch direkt den Hintergrund dazu: „Durch den in Düsseldorf geltenden ‚Versammlungsgesetz-Paragrafen’ wird nicht mehr geduldet, dass Menschen in Gruppen auf der Strasse rumstehen oder sitzen. Die Ordnungshüter sorgen dann direkt dafür, dass alle verschwinden. So wird die Freiheit der Leute auf der Straße eingeschränkt – skurril ist dann die Aufforderung ‚sich bitte aufzulösen’“. Zippo will mit seinen Fotos auf diese Missstände aufmerksam machen und ergänzt „wie sollen wir uns denn auflösen, sind doch keine Brausetablette!“.

http://www.perspektive-strassenleben.de
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