Tuschezeichnung
Tusche verzeiht nichts: Jeder Strich ist endgültig, jede Linie ein Bekenntnis. Vielleicht ist die Tuschezeichnung gerade deshalb seit zwei Jahrtausenden das Medium der Meisterschaft – in Ostasien als eigene Kunstphilosophie, in Europa als Königsdisziplin der Zeichner von Rembrandt bis van Gogh.
Die Linie
Die Linienzeichnung ist die direkteste Form bildnerischen Ausdrucks: Ein Strich auf einem leeren Grund genügt, um Raum, Bewegung oder Charakter zu beschreiben. Von den Felsritzzeichnungen der Vorgeschichte über die Kupferstiche Albrecht Dürers bis zur algorithmischen Strichzeichnung des Pen-Plotters – die Linie ist das beständigste Werkzeug der bildenden Kunst.