Galerien in Potsdam
Potsdams Galerieszene erstreckt sich über die historische Innenstadt, das Holländische Viertel und das Kulturquartier Schiffbauergasse. Das rund 12 Hektar große Areal an der Havel wurde zuvor unter anderem von einem preußischen Garde-Husaren-Regiment genutzt und seit 2006 schrittweise zu einem internationalen Kunst- und Kulturquartier mit fast 40 Einrichtungen entwickelt. Die Turmvilla an der Glienicker Brücke zeigt Werke der Klassischen Moderne mit Schwerpunkt auf Druckgrafik und Editionen; das Preisniveau entspricht etablierten Positionen. Für zeitgenössische Arbeiten zu günstigeren Einstiegspreisen empfehlen sich die Galerien im Holländischen Viertel sowie der Kunstraum Potsdam in der Schiffbauergasse, der auf rund 450 Quadratmetern in einer ehemaligen Husarenstallung jährlich etwa acht Ausstellungen internationaler Gegenwartskunst zeigt.
Holländisches Viertel: historischer Rahmen für Galerien
Das Holländische Viertel entstand zwischen 1734 und 1742 für holländische Handwerker, die der "Soldatenkönig" Friedrich Wilhelm I. im Zuge der zweiten Stadterweiterung Potsdams anwarb; den Bau leitete der Architekt Johann Boumann. Die rund 134 Backsteinhäuser, aufgeteilt in vier Karrees entlang der Mittel- und Benkertstraße, beherbergen heute mehrere kleine Galerien, Ateliers und Werkstätten, die das historische Stadtbild mit zeitgenössischem Kunsthandwerk und Kunstverkauf verbinden. Das Jan-Bouman-Haus in der Mittelstraße 8, benannt nach dem Architekten des Viertels, ist das älteste erhaltene Gebäude des Quartiers und zeigt als Museum eine Dauerausstellung zur Geschichte der im 18. Jahrhundert angeworbenen holländischen Handwerker und zur Baugeschichte des gesamten Viertels.
Direktkauf und freie Szene
Potsdam hat eine aktive Gemeinschaft freischaffender Künstlerinnen und Künstler, von denen ein Teil aus dem Berliner Kunstumfeld stammt. Mehrere sind für individuelle Atelierbesuche offen, die sich über persönliche Anfrage vereinbaren lassen. Das KunstHaus Potsdam vermittelt ebenfalls Kontakte in die freie Szene und ist im ehemaligen Pferdelazarett der Garde-Ulanen-Kaserne ansässig.
KunstHaus Potsdam: Mitgliedschaft und Editionen
Das 2002 gegründete KunstHaus Potsdam e.V. zählt mit mehr als 330 Mitgliedern zu Brandenburgs größtem Kunstverein und ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Kunstvereine (ADKV). Der Verein gibt gelegentlich Editionen und Publikationen heraus und veranstaltet Verkaufsformate für Mitglieder. Eine Mitgliedschaft bietet zudem Zugang zu einem breiten Netz der Potsdamer und gesamten Brandenburger Kunstszene, von Atelierbesuchen bis zu Vorträgen und thematischen Führungen.
Museum Barberini als Bezugspunkt
Das Museum ist in einem nach historischem Vorbild rekonstruierten Bürgerpalais am Alten Markt untergebracht, das Friedrich der Große ab 1771 nach dem Vorbild des römischen Palazzo Barberini errichten ließ und das nach Kriegszerstörung erst 2016/2017 originalgetreu wiederaufgebaut wurde. Das 2017 von SAP-Gründer Hasso Plattner gestiftete Museum Barberini zählt mit internationalen Wechselausstellungen zu Impressionismus, Klassischer Moderne und DDR-Kunst zu den meistbesuchten Kunstmuseen Deutschlands; seine Sammlung umfasst rund 40 Gemälde von Claude Monet. Das Museum betreibt keinen kommerziellen Galeriebetrieb; der hauseigene Museumsshop bietet jedoch hochwertige Publikationen, Kataloge und nummerierte Editionen zur Sammlung an. Für den Kauf von Originalwerken bleiben die Galerien der Potsdamer Innenstadt und der direkte Kontakt zu Künstlerinnen und Künstlern der naheliegende Weg.
Wer in Potsdam kauft, verbindet den Zugang zu internationalen Kunstwerken in den Wechselausstellungen des Museums Barberini mit dem direkten Kontakt zu einer aktiven zeitgenössischen Szene rund um Schiffbauergasse und KunstHaus. Das Preisniveau liegt insgesamt unterhalb Berlins, der Markt ist deutlich kleiner, der persönliche Kontakt dafür spürbar unkomplizierter.