Die Tuschezeichnung
Tusche verzeiht nichts: Jeder Strich ist endgültig, jede Linie ein Bekenntnis. Vielleicht ist die Tuschezeichnung gerade deshalb seit zwei Jahrtausenden das Medium der Meisterschaft – in Ostasien als eigene Kunstphilosophie, in Europa als Königsdisziplin der Zeichner von Rembrandt bis van Gogh.
Das Selbstporträt
Im Selbstporträt wird der Künstler zugleich zum Modell und zum Beobachter seiner selbst. Was im Mittelalter zunächst als religiöse Geste begann, entwickelte sich seit der Renaissance zu einer eigenständigen Bildgattung, in der sich Selbstbild, gesellschaftlicher Status und Selbstbefragung auf engstem Raum verbinden.
Körper, Identität und Selbstbildnis
Das Selbstbildnis ist so alt wie die Spiegelung. Seit Dürer den Maler zum würdigen Bildgegenstand erklärte, hat die Selbstdarstellung jeden Wandel der Kunstgeschichte reflektiert – und keinen stärker als den der Gegenwart. Fragen nach Körper, Geschlecht, Herkunft und Identität sind heute zentrale Themen einer Kunst, die das Selbstbild nicht mehr als Eitelkeit versteht, sondern als politisches Instrument.