Was Online-Kunstplattformen tatsächlich verkaufen
Der Art Basel/UBS Art Market Report 2025 dokumentiert, dass der Online-Kunsthandel seit seinem Höhepunkt in den Pandemiejahren rückläufig ist: 2024 lagen die Online-Umsätze bei 9,2 Milliarden Dollar – dem niedrigsten Wert seit 2019. Charakteristisch ist zudem: Online-Marktplätze funktionieren vor allem für Editionen, Drucke und Werke im unteren bis mittleren Preissegment. Hochpreisige Originalwerke werden weiterhin primär über Galerien, Messen und Direktkontakt verkauft. Artsy ist primär auf Galerien ausgerichtet – Direkteinstellungen von Künstlern ohne Galeriezugehörigkeit haben dort strukturell schlechtere Sichtbarkeitspositionen.
Was Plattformen nehmen: Provision und Kontrolle
Saatchi Art berechnet 35 Prozent Provision auf jeden Verkauf. Das ist mehr als eine Galerie üblicherweise nimmt – und bei teuren Originalwerken wirtschaftlich relevant. Hinzu kommt ein strukturelles Problem: Wer über eine Plattform verkauft, baut keine eigene Käuferbeziehung auf. Name und Kontaktdaten des Käufers bleiben Eigentum der Plattform; eine direkte Folgebeziehung ist nicht vorgesehen und teilweise vertraglich untersagt.
Wofür die eigene Website unverzichtbar ist
Die eigene Website ist kein Verkaufskanal im engeren Sinne, sondern eine Referenzadresse. Wer von einem Galeristen, Kurator oder Sammler gesucht wird – nach einer Ausstellung, einer Empfehlung, einem Artikel – muss dort eine vollständige, aktuelle Werkübersicht und einen direkten Kontaktweg finden. Das ist die primäre Funktion: einen bereits geweckten Eindruck bestätigen und vertiefen. Online-Plattformen können ergänzend genutzt werden; die eigene Website ist nicht ersetzbar.