HBK Open Studios
Bei den jährlichen Open Studios öffnet die Hochschule für Bildende Künste Braunschweig ihre Ateliers, Werkstätten und Studios für Besucherinnen und Besucher. Studierende aus Malerei, Bildhauerei, Mediendesign und freier Kunst zeigen Arbeiten und geben Einblick in laufende Projekte. Insgesamt sind an der HBK rund 1.000 Studierende in 15 Studiengängen zwischen Freier Kunst, Design, Kunstwissenschaft und Kunstpädagogik eingeschrieben; 22 Werkstätten vermitteln dabei handwerkliche und technische Fertigkeiten. Die Wurzeln der Hochschule reichen bis 1790 zurück, als Johann Carl Kahnt im Auftrag von Herzog Karl Wilhelm Ferdinand ein architektonisch-technisches Zeicheninstitut eröffnete. Nach dessen Schließung übernahm die 1842 unter Mitwirkung des Hofbuchbindermeisters Johannes Selenka gegründete Zeichenschule des Braunschweiger Gewerbevereins wesentliche Unterrichtsaufgaben für angehende Künstler und Handwerker. Aus der 1952 gegründeten städtischen Werkkunstschule ging 1963 die Staatliche Hochschule für Bildende Künste hervor, die 1978 in die heutige HBK überging. Der Name Selenkas lebt im Johannes-Selenka-Platz weiter, an dem die Hochschule heute ihren Sitz hat.
Kunstverein und freie Szene
Der Kunstverein Braunschweig zeigt regelmäßig Ausstellungen zeitgenössischer Kunst und organisiert Künstlergespräche, die Einblick in neue Positionen der Szene geben. Der Verein wurde bereits 1832 von dem Architekten Peter Joseph Krahe gemeinsam mit Braunschweiger Bürgern als „Verein der Kunstfreunde" gegründet und löste sich 1923 zunächst auf. 1941 entstand der heutige Kunstverein Braunschweig e.V. neu, der 1942 die Villa Salve Hospes am Siegesplatz bezog; nach einer Neugründung 1946 zeigt er seither durchgehend zeitgenössische Kunst und gilt heute als einer der renommiertesten Kunstvereine Deutschlands. Freischaffende Künstlerinnen und Künstler der Stadt nutzen solche Veranstaltungen häufig, um ihre Arbeit über den Hochschulkontext hinaus zu zeigen. Die Villa Salve Hospes, in der der Kunstverein seit den 1940er Jahren beheimatet ist, zählt selbst zu den bemerkenswerten klassizistischen Bauten Braunschweigs und bildet einen ruhigen Kontrast zu den oft installativen, raumgreifenden Arbeiten im Ausstellungsbetrieb.
Museum für Photographie und institutionelle Atelierformate
Das Museum für Photographie und das Herzog Anton Ulrich-Museum ergänzen das Bild der Braunschweiger Kunstszene um historische und fotografische Sammlungen. Das Museum für Photographie wurde 1984 von Braunschweiger Fotografinnen und Fotografen gegründet, die ein Forum für den Austausch über fotografische Bilder schaffen wollten; Träger ist bis heute ein gemeinnütziger Verein mit rund 175 Mitgliedern. Den Sammlungsschwerpunkt bilden die fotografischen Nachlässe Käthe Buchlers, Hans Steffens' und Nikolaus Geyers sowie heute rund 190 internationale künstlerische Positionen mit insgesamt mehr als 3.000 Arbeiten. Beide Häuser bieten zusätzlich Führungen und Werkstattgespräche an, die museale Sammlungstätigkeit mit zeitgenössischer Praxis verknüpfen. Das Herzog Anton Ulrich-Museum geht auf das 1754 auf Vorschlag des Arztes Daniel de Superville eröffnete herzogliche Kunst- und Naturalienkabinett Karls I. zurück und zählt damit, nur ein Jahr nach dem British Museum in London gegründet, zu den ältesten öffentlich zugänglichen Museen Europas. Sein Name erinnert an Herzog Anton Ulrich von Braunschweig-Lüneburg, dessen Sammlung vom Schloss Salzdahlum den Grundstock der heute rund 190.000 Objekte umfassenden Bestände bildete.
Kontakt zu Künstlerinnen und Künstlern
Über Ausstellungseröffnungen des Kunstvereins Braunschweig und über die eigene Website oder Social-Media-Kanäle lassen sich direkte Kontakte zu freischaffenden Künstlerinnen und Künstlern herstellen. Wer die Open Studios der HBK besucht, kann viele dieser Kontakte unmittelbar vor Ort knüpfen.