Warum Galerien und Kuratoren Websites aufrufen
Eine Künstler-Website wird im Kunstbetrieb selten zur Entdeckung genutzt. Sie wird zur Überprüfung aufgerufen: Wer auf einen Namen aufmerksam geworden ist – bei einer Ausstellung, durch eine Empfehlung, in einem Text – sucht dort nach mehr. In diesem Moment muss die Website drei Fragen beantworten können: Wer ist diese Person? Was ist ihr Werk? Wie kommt man in Kontakt? Der Art Basel/UBS Survey of Global Collecting zeigt, dass Sammler und Galeristen die Online-Präsenz vor einem ersten Kontakt systematisch prüfen. Was sie suchen, ist Klarheit – keine Überraschungen, keine Hürden.
Was auf keiner Künstler-Website fehlen darf
Die Vita nach dem im Kunstbetrieb üblichen Standard: Ausbildung, Einzelausstellungen, Gruppenausstellungen, Stipendien, Sammlungen, Preise – in rückwärtiger Chronologie. Jedes Werk mit vollständigen Angaben: Titel, Jahr, Technik und Material, Maße in Zentimetern (Höhe vor Breite). Eine direkt erreichbare E-Mail-Adresse oder ein Kontaktformular. Ein Foto der Person im Kontext der Arbeit. Was nicht gebraucht wird: Intro-Animationen, Begrüßungstexte, Navigationsmenüs mit zehn Punkten für vierzig Werke, oder Bilderschutz-Sperren, die das rechte Klicken deaktivieren und keinen wirklichen Schutz bieten.
Die häufigsten Fehler – und warum sie zählen
Der häufigste technische Fehler: Werke ohne Maßangaben. Für jeden, der ein Werk hängen, ausleihen oder ankaufen möchte, ist das eine unbeantworte Grundfrage. Der häufigste inhaltliche Fehler: eine Vita, die vor Jahren endet, weil niemand sie gepflegt hat – das signalisiert Inaktivität, unabhängig davon, ob tatsächlich gearbeitet wird. Der häufigste ästhetische Fehler: das Portfolio als Sammelcontainer für alle Arbeiten aller Jahre, ungefiltert. Eine harte Auswahl der stärksten Werke wirkt immer überzeugender als die vollständige Gesamtproduktion.