Neue Sachlichkeit
Kein Sentiment, kein Pathos – nur der präzise Blick auf Wirklichkeit, oft unangenehm genau. Die Neue Sachlichkeit der Weimarer Republik, benannt 1925 vom Mannheimer Museumsdirektor Gustav Friedrich Hartlaub, antwortete auf den Expressionismus mit kühler Schärfe: Sie malte die Gesellschaft der 1920er-Jahre, wie sie war – und wie man sie nicht sehen wollte.
Das Doppelbildnis
Im Doppelbildnis rücken zwei Menschen in einem einzigen Bild zusammen – als Paar, als Rivalen oder als Verbündete. Die Gattung reicht von den Hochzeitsporträts der flämischen Frührenaissance bis zu den subversiv-ironischen Doppelbildern der Moderne und stellt Malerinnen und Maler bis heute vor die Frage, wie zwei Persönlichkeiten in einer Komposition ihren Platz finden.
Das Selbstporträt
Im Selbstporträt wird der Künstler zugleich zum Modell und zum Beobachter seiner selbst. Was im Mittelalter zunächst als religiöse Geste begann, entwickelte sich seit der Renaissance zu einer eigenständigen Bildgattung, in der sich Selbstbild, gesellschaftlicher Status und Selbstbefragung auf engstem Raum verbinden.