Bildende Künstler

Offene Ateliers in Erfurt

In Erfurt prägen die Offenen Ateliers des Verbands Bildender Künstler Thüringen, die städtischen Künstlerwerkstätten und das Atelierhaus Vogelsgarten die Möglichkeiten für Atelierbesuche. Kunsthalle Erfurt und Angermuseum ergänzen das Angebot mit Führungen und Rahmenprogramm.

Offene Ateliers des Verbands Bildender Künstler Thüringen

Der Verband Bildender Künstler Thüringen e.V. mit Sitz im Haus zum Bunten Löwen an der Krämerbrücke organisiert die jährlichen »Offenen Ateliers« in Thüringen, an einem Septemberwochenende in Kooperation mit dem Kulturamt der Stadt Weimar. Der am 10. Oktober 1990 in Erfurt gegründete Verband zählt heute rund 330 Mitglieder aus freier und angewandter Kunst, Kunstwissenschaft und Restaurierung. In Erfurt findet zeitgleich die Veranstaltung »Kultur flaniert« statt, die bereits am Freitag beginnt und das Wochenende um ein städtisches Programm ergänzt. Beide Termine zusammen bilden den zentralen Anlass, um Erfurter und thüringische Ateliers direkt zu besuchen. Das Haus zum Bunten Löwen liegt auf der Krämerbrücke, einer 1325 fertiggestellten Steinbrücke, die mit ihren 32 dicht gereihten Fachwerkhäusern seit mehr als 500 Jahren durchgehend bewohnt ist – länger als jede andere Brücke Europas; in den Werkstätten und Läden der Brückenhäuser arbeiten bis heute Kunsthandwerkerinnen und Kunsthandwerker für Publikum.

Künstlerwerkstätten der Landeshauptstadt Erfurt

Die städtischen Künstlerwerkstätten bieten in der Nordhäuser Straße 81/81a Arbeitsräume für Metall-, Gold- und Emaillearbeiten, Holzbearbeitung, Keramik und Textil. Seit Oktober 2023 sind sie im ehemaligen Garnisonslazarett untergebracht, einem 1894 bis 1896 errichteten Gebäudekomplex, der zwischenzeitlich als Finanzamt und psychiatrische Klinik diente. Im Zuge der Bundesgartenschau 2021 wurde das Areal an der Nördlichen Geraaue zu einem Kreativquartier mit Pocket-Park umgebaut; die Künstlerwerkstätten zogen nach jahrelanger Vorbereitung im Oktober 2023 in die neuen Räume.

Atelierhaus Vogelsgarten

Am Dalbergsweg, an der Ecke zum Juri-Gagarin-Ring und direkt neben dem Stadtgarten, hat das Atelierhaus Vogelsgarten seinen Sitz. Erfurter Künstler wie Gunter Lerz und C. W. Olafson arbeiten dort in Studios, die einmal im Jahr im Rahmen der Langen Nacht der Museen mit Ausstellungen, Performances und Live-Musik für Publikum offenstehen.

Kunsthalle Erfurt und Angermuseum als Ergänzung

Die Kunsthalle Erfurt und das Angermuseum bieten begleitend zu ihren Ausstellungen Führungen, Künstlergespräche und Vermittlungsformate. Besonders die ungewöhnliche Raumsituation der Kunsthalle im mittelalterlichen Haus zum Roten Ochsen am Fischmarkt macht Führungen zu einem lohnenden Erlebnis. Das Angermuseum ist seit 1886 in einem barocken Gebäude von 1706 bis 1711 untergebracht, das ursprünglich als städtische Waage diente; die Sammlung wuchs unter anderem durch die 1883 gestiftete Sammlung Nerly und durch die Förderung des Schuhfabrikanten Alfred Hess zu einer der bedeutenden Sammlungen deutscher Expressionisten, darunter Werke von Lyonel Feininger, Emil Nolde und Ernst Barlach. Ein besonderes Zeugnis ist der von Erich Heckel 1922/24 gestaltete Heckelraum. Zeitgenössische Kunst zeigt zudem die Galerie Waidspeicher im Kulturhof zum Güldenen Krönbacken im Lateinischen Viertel der Altstadt: Der namensgebende Waidspeicher wurde 1468 von der Patrizierfamilie von der Sachsen errichtet, diente ursprünglich der Lagerung von Färberwaid und wurde von 1990 bis 1994 restauriert; heute zeigt die Galerie jährlich 10 bis 14 Ausstellungen mit rund 100 beteiligten Künstlerinnen und Künstlern.

Erfurt und Weimar liegen 20 Kilometer voneinander entfernt und sind per Bahn in rund 15 Minuten verbunden; eine Reise in die Region lässt sich gut mit beiden Kunststandorten verbinden, von den Künstlerwerkstätten und dem Atelierhaus Vogelsgarten in Erfurt bis zum Tag des offenen Ateliers in Weimar. Galerie Waidspeicher und Krämerbrücke liegen zudem fußläufig in der Erfurter Altstadt beieinander und lassen sich an einem Nachmittag verbinden.

Schon gewusst?

Welche offenen Ateliers gibt es in Erfurt?

Der Verband Bildender Künstler Thüringen organisiert jährlich im September die »Offenen Ateliers«, in Erfurt ergänzt durch die Veranstaltung »Kultur flaniert«. Die städtischen Künstlerwerkstätten in der Nordhäuser Straße und das Atelierhaus Vogelsgarten am Stadtgarten sind ganzjährig aktive Anlaufstellen der freien Szene.

Was bieten die Künstlerwerkstätten der Landeshauptstadt Erfurt?

Die Künstlerwerkstätten stellen Arbeitsräume für Metall-, Gold- und Emaillearbeiten, Holzbearbeitung, Keramik und Textil zur Verfügung. Seit Oktober 2023 sind sie im sanierten ehemaligen Garnisonslazarett an der Nordhäuser Straße untergebracht, das im Zuge der Bundesgartenschau 2021 zu einem Kreativquartier umgebaut wurde.

Welche Ausstellungshäuser lohnen in Erfurt einen Besuch?

Das Angermuseum zeigt in einem barocken Gebäude von 1706 bis 1711 Gemälde vom Mittelalter bis zum deutschen Expressionismus, darunter den von Erich Heckel gestalteten Heckelraum. Die Kunsthalle Erfurt im Haus zum Roten Ochsen am Fischmarkt ist das zentrale Haus für zeitgenössische Ausstellungskunst. Die Galerie Waidspeicher ergänzt das Angebot der städtischen Kunstmuseen Erfurt.

Quellen & Hinweishttps://kunstmuseen.erfurt.de

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