Frankfurter Kunstverein und Galerie B
Der Frankfurter Kunstverein e.V., der während der Wiedervereinigung entstand, zeigt in seiner Galerie B im Haus der Künste – dem ehemaligen Hospital St. Spiritus von 1787 – auf drei ebenerdigen Ausstellungsräumen rund zehn Ausstellungen im Jahr in zwei Projektreihen. Der Name der Galerie steht für Brandenburg, verweist zugleich aber auf das fortlaufende Hinterfragen neuer, mitunter ungewöhnlicher Kunst. Eine der beiden Reihen, das „Regenerativ-Verfahren", praktiziert das Konzept des offenen Ateliers: Fünf bis sechs Künstlerinnen und Künstler arbeiten dabei über drei bis vier Wochen öffentlich in den Galerieräumen, bevor die entstandenen Werke gezeigt und teils direkt verkauft werden – ein unmittelbarer Einblick in den Schaffensprozess, den klassische Ausstellungseröffnungen nicht bieten. Für gezielten Kontakt zu lokalen Künstlerinnen und Künstlern sind die Eröffnungen dieser Ausstellungen der direkteste Weg; bei einem Teil der gezeigten Werke bestehen unmittelbare Kaufmöglichkeiten. Die Ausstellungs- und Werkräume sind dienstags bis freitags von 14 bis 18 Uhr geöffnet, Vernissagen und Finissagen finden donnerstags um 19:30 Uhr statt.
BLMK und ostdeutsche Kunst
Das Brandenburgische Landesmuseum für moderne Kunst entstand am 1. Juli 2017 aus der Fusion des Kunstmuseums Dieselkraftwerk Cottbus mit dem Museum Junge Kunst, das als Galerie Junge Kunst bereits am 15. Juni 1965 in der Villa Trowitzsch eröffnet worden war; am 7. Oktober 1965 kam die Dauerausstellung in der gotisch geprägten Rathaushalle hinzu. Mit über 45.000 Werken sammelt das BLMK an seinen drei Ausstellungsflächen in Cottbus und Frankfurt (Oder) – Dieselkraftwerk, Rathaushalle und Packhof – Kunst aus der DDR und der ostdeutschen Nachkriegszeit und zeigt daraus jährlich bis zu 24 Ausstellungen, die mit national und international etablierten Positionen verbunden werden. Der Museumsshop bietet Kataloge und Publikationen zu dieser Sammlung; Original-Kunstwerke ostdeutscher Maler finden sich regelmäßig auf spezialisierten Auktionen in Berlin und Leipzig, bei deren Einordnung das BLMK helfen kann.
Grenzüberschreitende Kunstprojekte mit Słubice
Die unmittelbare Nähe zu Słubice auf der polnischen Oder-Seite schafft besondere Möglichkeiten für Kunstkäufer: Gemeinsame Projekte und Ausstellungen zwischen Frankfurt (Oder) und Słubice entstehen regelmäßig, oft im Umfeld der Europa-Universität Viadrina und des Collegium Polonicum. Die 1506 von Kurfürst Joachim I. gegründete Universität war 1811 nach Breslau verlegt worden und wurde erst am 15. Juli 1991 als Europa-Universität Viadrina neu gegründet; das 1992 gemeinsam mit der Adam-Mickiewicz-Universität Poznań errichtete Collegium Polonicum liegt direkt an der Stadtbrücke nach Słubice. Polnische Künstlerinnen und Künstler sind durch dieses Netzwerk in Frankfurt (Oder) präsent und über Ausstellungseröffnungen erreichbar – ein Zugang zu zeitgenössischer polnischer Kunst, den andere deutsche Städte aufgrund der Grenzlage in dieser Form nicht bieten.
Direktkauf und regionale Auktionen
Wer über die institutionellen Anlaufstellen hinaus direkten Kontakt zu Künstlerinnen und Künstlern sucht, findet ihn am ehesten über die Ausstellungseröffnungen der Galerie B und weiterer Ausstellungsräume in der Stadt. Für ein breiteres Angebot an Originalwerken bleiben die Auktionshäuser in Berlin und Leipzig die nächstgelegene Adresse, darunter das 1986 gegründete Haus Villa Grisebach in Berlin, das sich auf deutsche Kunst des 20. Jahrhunderts und auf die Klassische Moderne spezialisiert hat; beide Städte sind mit der Bahn in unter einer Stunde beziehungsweise gut zwei Stunden erreichbar, Berlin zudem mit dem Auto über die Bundesautobahn 12.