Prima Kunst, Onspace und K34
Die Prima Kunst – seit 1986 eine von Studierenden der heutigen Muthesius Kunsthochschule eigenverantwortlich betriebene Produzentengalerie – ist der direkteste Weg zum Kauf von Werken junger Muthesius-Studierender und Absolventen. Nach Stationen am Exerzierplatz und in der Fleethörn verfügt der Verein seit 2002 zusätzlich über einen der Stadtgalerie Kiel angeschlossenen Ausstellungscontainer. Das Preisniveau ist besonders zugänglich; wer früh in aufstrebende Karrieren einsteigen möchte, findet hier interessante Möglichkeiten. Verkäufe laufen in der Regel über persönliche Absprache während der Öffnungszeiten oder im Rahmen von Vernissagen, bei denen Kontakt zu den ausstellenden Studierenden direkt vor Ort möglich ist. In Kiel-Gaarden betreibt der Verein Künstler 34 e.V. mit der Galerie Onspace und der K34-Galerie zwei weitere, komplementäre Ausstellungsräume für zeitgenössische Kunst, die ebenfalls für den Kauf von Werken nach Anfrage offen sind. Beide Räume in der Werftstadt Gaarden haben sich seit ihrer Gründung als Treffpunkte einer jungen, experimentierfreudigen Kieler Kunstszene etabliert und zeigen regelmäßig Wechselausstellungen mit wechselnden Gastkuratorinnen und -kuratoren.
Stadtgalerie Kiel: Publikationen
Die Stadtgalerie Kiel gibt begleitend zu ihren Ausstellungen Kataloge und Publikationen heraus. Für Sammlerinnen und Sammler mit Interesse an der Ostseekunst sind diese Publikationen wichtige Referenzwerke. Im Museumsshop der Galerie sind Kataloge vergangener Ausstellungen erhältlich. Die Stadtgalerie Kiel zeigt neben etablierten norddeutschen Positionen regelmäßig auch internationale Wechselausstellungen und hat sich damit als kommunale Institution zwischen Förderung und Vermittlung positioniert.
Jahresausstellung der Muthesius Kunsthochschule
Die jährliche Jahresausstellung der Muthesius Kunsthochschule, benannt nach dem Architekten und Werkbund-Mitbegründer Hermann Muthesius, ist eine gute Gelegenheit, direkt bei Studierenden und Absolventen Werke zu erwerben. Das Preissegment reicht von sehr zugänglich (Studierende) bis moderat (Absolventen der ersten Jahre). Die Jahresausstellung findet in der Regel im Sommer statt; Termine veröffentlicht die Hochschule auf ihrer Website unter muthesius-kunsthochschule.de. Die Hochschule bündelt Studiengänge aus Freier Kunst, Design und Kunstpädagogik unter einem Dach, was der Jahresausstellung ein breites Spektrum an Techniken und Ausdrucksformen verschafft, von klassischer Malerei und Grafik bis zu Fotografie, Keramik und digitalen Arbeiten.
Kiel ist für den Kunstkauf ein Ort mit stark persönlichem Charakter. Wer in die Muthesius-Szene investiert, investiert früh in norddeutsche Positionen – mit dem Vorteil direkten Kontakts und persönlicher Beziehungen. Die Lage an der Kieler Förde und die Nähe zur Ostsee prägen zudem mehrere künstlerische Arbeiten der Region thematisch, von maritimen Motiven bis zu Hafenlandschaften, was Kiel für Sammlerinnen und Sammler mit Interesse an norddeutscher Küstenkunst zu einem naheliegenden Ausgangspunkt macht. Wer regelmäßig an der Jahresausstellung teilnimmt, kann zudem die Entwicklung einzelner Künstlerinnen und Künstler über mehrere Jahre hinweg verfolgen. Ergänzend zeigt die Kunsthalle zu Kiel als Museum der Christian-Albrechts-Universität historische und zeitgenössische Werke und bietet damit einen akademischen Bezugsrahmen, der die studentische Szene um Muthesius Kunsthochschule und Prima Kunst sinnvoll ergänzt. Wechselausstellungen verbinden hier regelmäßig norddeutsche Sammlungsbestände mit Leihgaben anderer norddeutscher Museen, was zusätzliche Vergleichsmöglichkeiten für Sammlerinnen und Sammler schafft. Die Lage zwischen Förde und Universität sorgt dafür, dass studentische und etablierte Positionen in Kiel in räumlicher Nähe zueinander zu besichtigen sind, was einen Stadtrundgang zwischen den verschiedenen Ausstellungsorten innerhalb eines Tages gut möglich macht und Vergleiche zwischen studentischen und etablierten Arbeiten erleichtert. Für Sammlerinnen und Sammler, die regelmäßig in Kiel kaufen, ergibt sich so über die Jahre ein guter Überblick über die Entwicklung der norddeutschen Kunstszene insgesamt.