Galerien in Mainz
In der Mainzer Innenstadt gibt es Galerien mit Schwerpunkten in zeitgenössischer Malerei, Grafik und Skulptur. Das CADORO – Centre for Art and Science, 1979 von der damals 19-jährigen Dorothea van der Koelen gegründet und seit 2014 in Mainz-Hechtsheim ansässig, verbindet Ausstellungen mit einem international vernetzten Editionsprogramm und bietet Grafiken, Multiples und limitierte Editionen namhafter Künstlerinnen und Künstler aus dem internationalen Galerienetzwerk des Hauses. Van der Koelen gründete 2003 zusätzlich eine gleichnamige Stiftung für Kunst und Wissenschaft, die Nachwuchsförderung und kulturellen Austausch unterstützt. Direkter Atelierkontakt zu in Mainz ansässigen Künstlerinnen und Künstlern lässt sich über offene Ateliers und persönliche Anfrage herstellen.
Gutenberg-Museum als kulturhistorischer Bezugspunkt
Das 1900 von Mainzer Bürgern zum 500. Geburtstag Gutenbergs gegründete Gutenberg-Museum am Markt, direkt gegenüber dem Mainzer Dom, zeigt unter anderem zwei Original-Exemplare der um 1454 gedruckten Gutenberg-Bibel und zählt zu den traditionsreichsten technikgeschichtlichen Museen Deutschlands. Der angeschlossene Museumsshop bietet hochwertige Faksimiles, Pressendrucke und grafische Reproduktionen, die auch für Sammlerinnen und Sammler von Buchkunst und zeitgenössischer Druckgrafik gleichermaßen von Interesse sind.
Direktkauf bei der Kunsthochschule Mainz
Die Kunsthochschule Mainz geht auf eine 1757 gegründete Akademie für Malerei und Bildhauerei zurück, ist seit 1972 auf dem Taubertsberg ansässig und organisatorisch in die Johannes Gutenberg-Universität Mainz eingebunden, mit Studiengängen in freier Kunst, Kommunikationsdesign und Kunstpädagogik. Die Hochschule veranstaltet Semesterausstellungen und Rundgänge, bei denen Werke von Studierenden und Absolventen direkt erworben werden können. Das Preisniveau bei Erstwerken und Abschlussarbeiten ist für Erstkäuferinnen und Erstkäufer entsprechend zugänglich; wer früh und gezielt in aufstrebende Karrieren einsteigen möchte, findet hier vergleichsweise unkomplizierte Möglichkeiten.
Kunstverein Eisenturm Mainz
Der Kunstverein Eisenturm Mainz ist im gleichnamigen mittelalterlichen Stadtturm aus dem frühen 13. Jahrhundert untergebracht, der nach Kriegsschäden in den 1960er-Jahren wiederaufgebaut und 1974/75 saniert wurde; die Sanierung gab den Anstoß zur Vereinsgründung im Dezember 1975. Seit nunmehr fünfzig Jahren zeigt der Verein dort zeitgenössische bildende Kunst und vergibt alle zwei Jahre den von der Volksbank Darmstadt-Mainz gestifteten Mainzer Kunstpreis Eisenturm, einen der überregional anerkannten Nachwuchspreise der Region.
Landesmuseum und Frankfurter Markt als Ergänzung
Das Landesmuseum Mainz wurde 1803 auf Initiative Napoleon Bonapartes mit einer Schenkung von 36 Gemälden begründet; seine Sammlungsgeschichte reicht jedoch bis ins 16. Jahrhundert zurück, was es zu einem der ältesten Museen Deutschlands macht. Im Haus, einem ehemaligen kurfürstlichen Marstall mit moderner Glas- und Stahlkonstruktion, zählt die Jugendstilglas-Sammlung zu den bedeutendsten ihrer Art in Deutschland; hinzu kommt mit rund 240 Werken eine umfangreiche Sammlung niederländischer Gemälde des 16. und 17. Jahrhunderts. Der Museumsshop bietet Publikationen zu diesen Sammlungsschwerpunkten. Die Nähe zu Frankfurt erweitert die Möglichkeiten für den Kunstkauf zusätzlich erheblich: Frankfurts Galerieszene, das MMK Museum für Moderne Kunst und die Kunstmesse Art Frankfurt bieten in unmittelbarer Reichweite ein erheblich breiteres Angebot. Mainz und Frankfurt sind per Regionalbahn in der Regel in weniger als einer Stunde direkt miteinander verbunden.
Mainz eignet sich besonders für den Kauf von Editionen und Grafiken sowie für den direkten Zugang zu der kleinen, aktiven Hochschulszene der Stadt. Ein kombinierter Tagesausflug nach Frankfurt ergänzt das vergleichsweise kleinere Mainzer Angebot zusätzlich um eine deutlich größere und vielfältigere Galerieszene.