Kunsthochschule Mainz: Semesterausstellungen und Rundgänge
Die Kunsthochschule Mainz öffnet ihre Ateliers und Ausstellungsräume regelmäßig für die Öffentlichkeit. Bei Semesterabschlussausstellungen und dem jährlichen Rundgang zeigen Studierende aller Fachbereiche ihre Arbeiten und ermöglichen einen direkten Einblick in die Kunstproduktion der Stadt. Die Ursprünge der Hochschule reichen bis zur kurfürstlichen Maler- und Bildhauerakademie zurück, die am 23. Dezember 1757 gegründet wurde; 1785 wurde sie der kurfürstlichen Universität als Zeichnungsakademie angegliedert. Nach dem Einmarsch napoleonischer Truppen ruhte der Lehrbetrieb von 1797 bis 1841, als die Schule als Handwerker-Zeichenschule wiedereröffnet wurde und sich später zu einer Kunstgewerbeschule entwickelte. 1946 nahm sie als Staatliche Bau- und Kunstschule erneut den Betrieb auf, 1972 wurde sie als teilautonomer Fachbereich an die Johannes-Gutenberg-Universität angegliedert, und seit 2010 führt sie als eigenständige Einrichtung den Namen Kunsthochschule Mainz an der Johannes-Gutenberg-Universität. Termine der Semesterausstellungen veröffentlicht die Hochschule auf ihrer Website. Heute studieren rund 180 Studierende bei 14 Professuren in den künstlerischen Klassen für Malerei, Bildhauerei, Grafik-Design, Zeichnung, Medienkunst, Film und Fotografie, verteilt auf die Studiengänge Freie Kunst und Lehramt für Bildende Kunst.
Kunsthalle Mainz und Kunstvereine: Führungen und offene Formate
Die Kunsthalle Mainz ist in einem 1887 von Eduard Kreyßig geplanten Kessel- und Maschinenhaus im Zollhafen untergebracht; nach der Sanierung durch die Mainzer Stadtwerke öffnete sie am 1. März 2008 als Ausstellungshaus für zeitgenössische Kunst und erfüllte damit einen seit den 1980er-Jahren bestehenden Wunsch nach einer entsprechenden Institution in Rheinland-Pfalz. Sie bietet begleitend zu ihren Ausstellungen Führungen, Künstlergespräche und Workshops an. Daneben prägen zwei Kunstvereine die freie Szene der Stadt: der 1975 gegründete Kunstverein Eisenturm und der 1999 gegründete Kunstverein Walpodenstraße 21, beide mit eigenem Ausstellungsprogramm und Mitgliedsveranstaltungen. Der Kunstverein Eisenturm nutzt seit 1975 die Räume des gleichnamigen mittelalterlichen Torturms der Stadtbefestigung: Der um 1240 als Wachturm und Stadttor errichtete, im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigte und in den 1960er-Jahren wiederaufgebaute Eisenturm liegt am Rand der Mainzer Altstadt. Die Initiative zur Neugründung des Kunstvereins ging 1975 auf den Kulturdezernenten Anton Maria Keim, den Mediziner Peter Biesalski und den Bildhauer Theo Ignaz Graffé zurück; seither fördert der Verein zeitgenössische Bildende Kunst durch Ausstellungen und Veranstaltungen mit Musik und Literatur. Der Mainzer Kunstverein Walpodenstraße 21 e.V. ging aus einem freien Kunstprojekt der 1990er-Jahre in der Walpodenstraße hervor und wurde 1999 als gemeinnütziger Verein eingetragen; nach dem Verlust der ursprünglichen Räume 1999 folgten Wanderjahre mit wechselnden Ausstellungsorten und dem selbstinitiierten »Kunstzwergfestival«, bis der Verein 2008 mit der Walpodenakademie in der Neubrunnenstraße eine feste Galerie und Homebase bezog.
Atelierbesuche in Mainz
Mainz hat eine kleine, überschaubare freie Kunstszene, in der persönliche Kontakte gut möglich sind; viele der dort aktiven Künstlerinnen und Künstler sind auch über die beiden Kunstvereine vernetzt. Über die beiden Kunstvereine ergeben sich erste Kontakte; den Atelierbesuch selbst vereinbart man danach meist über Website oder Instagram-Profil der Künstlerin oder des Künstlers. Die Verbindung zu Frankfurt und Wiesbaden bedeutet, dass viele Künstlerinnen und Künstler in der gesamten Rhein-Main-Region aktiv sind.
Mainz lässt sich ideal mit einem Besuch in Wiesbaden und Frankfurt verbinden – alle drei Städte liegen im Rhein-Main-Gebiet in kurzer Entfernung voneinander. Kunstverein Eisenturm und Walpodenakademie liegen beide in der Mainzer Altstadt in fußläufiger Nähe zueinander, die Kunsthalle im Zollhafenquartier ist von dort ebenfalls gut zu Fuß erreichbar.