Jahresausstellung der ABK Stuttgart
Einmal im Jahr öffnet die Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart ihre Klassenräume, Werkstätten und Ateliers für die Öffentlichkeit. Studierende aus Malerei, Bildhauerei, Bühnenbild und freier Kunst zeigen dabei neue Arbeiten und geben Einblick in den Entstehungsprozess. Die Akademie geht auf die von Herzog Carl Eugen von Württemberg per Generalreskript vom 25. Juni 1761 gegründete Académie des Arts zurück, die zeitweise mit der Hohen Karlsschule verbunden war. Über mehrere Zwischenstationen, darunter eine 1829 gegründete Kunstschule und das 1843 eröffnete Museum der bildenden Künste an der Neckarstraße, entstand die Akademie 1941 in ihrer heutigen Form durch den Zusammenschluss von Kunstakademie und Kunstgewerbeschule. 1946 wurde sie in den Gebäuden der ehemaligen Kunstgewerbeschule auf dem Weißenhof feierlich wiedereröffnet, wo sie bis heute ihren Sitz hat.
Württembergischer Kunstverein und Atelierhaus
Der Württembergische Kunstverein Stuttgart wurde 1827 unter Mitwirkung des Juristen und Malers Carl Urban Keller gegründet; erster Vorsitzender war von 1827 bis 1832 Gottlob Heinrich Rapp. Seit 1913 ist der Kunstverein im von Theodor Fischer entworfenen Kunstgebäude am Schlossplatz beheimatet und zählt heute rund 3.000 Mitglieder. 1933 ließ das NS-Regime die erste große Retrospektive Oskar Schlemmers, die unter anderem die „Bauhaus-Treppe" zeigen sollte, noch vor der Eröffnung schließen – ein Vorfall, der bis heute Teil der Vereinsgeschichte ist. Schlemmer selbst hatte an der Stuttgarter Akademie bei Adolf Hölzel studiert, der dort von 1906 bis 1919 als Professor lehrte und mit seinem Unterricht zur Abstraktion einen ganzen Kreis von Schülern prägte, dem neben Schlemmer auch Willi Baumeister angehörte. Im selben Gebäude betreibt der Kunstverein ein eigenes Atelierhaus, in dem Stipendiatinnen und Stipendiaten über längere Zeiträume arbeiten und ihre Räume zu festen Terminen öffnen.
Kontakt zu Künstlerinnen und Künstlern
Bei Ausstellungseröffnungen im Kunstgebäude und im Rahmen der Akademie-Jahresausstellung lassen sich unmittelbare Kontakte zu Stuttgarter Künstlerinnen und Künstlern herstellen. Kontakt nimmt man darüber hinaus am besten über die eigene Website oder die Social-Media-Kanäle der jeweiligen Künstlerin oder des Künstlers auf. So lassen sich auch außerhalb der Jahresausstellung persönliche Atelierbesuche vereinbaren. Das Kunstmuseum Stuttgart geht auf die städtische Galerie zurück, deren Sammlung 1924 durch die Schenkung der Gemäldesammlung des Grafen Silvio della Valle di Casanova einen wesentlichen Grundstock erhielt; seit 2005 ist die Sammlung, die unter anderem Werke von Otto Dix umfasst, in dem von Hascher und Jehle entworfenen Glaswürfel am Schlossplatz untergebracht. Beide Häuser liegen nur wenige Gehminuten von der Akademie und dem Kunstgebäude entfernt, sodass sich ein Atelierbesuch unkompliziert mit einem Museumsprogramm verbinden lässt. Wer den Ateliers einen Museumsbesuch anschließen möchte, findet in der Staatsgalerie Stuttgart und im Kunstmuseum Stuttgart am Schlossplatz zwei der bedeutendsten Sammlungen Süddeutschlands – als Ergänzung zum direkten Atelierkontakt, nicht als dessen Ersatz. Die Staatsgalerie geht auf das 1843 von König Wilhelm I. von Württemberg in Auftrag gegebene, von Georg Gottlob Barth errichtete Museum der bildenden Künste zurück, in dem ursprünglich Kunstschule, Gemäldegalerie und das bereits 1806 gegründete Kupferstichkabinett untergebracht waren. Nach schweren Kriegsschäden wurde das Gebäude 1945 bis 1947 wiederaufgebaut und 1958 neu eröffnet; 1984 erweiterte die von James Stirling entworfene Neue Staatsgalerie das Haus zu einem der bedeutendsten Museen Europas.