Künstler in Berlin
Berlin vereint Sammlungen von Weltrang wie die Alte Nationalgalerie und die Neue Nationalgalerie mit einer der dichtesten und vielfältigsten Galerienszenen Europas. Die Universität der Künste, das KW Institute for Contemporary Art und Hunderte Galerien zwischen Mitte und der Potsdamer Straße machen die Stadt zu einem Ort, an dem Kunstgeschichte und Gegenwart auf engstem Raum aufeinandertreffen.Arbeiten von Künstlern in Berlin
Mehr Arbeiten entdeckenUniversität der Künste Berlin
Die künstlerische Ausbildung in Berlin reicht bis in das Jahr 1696 zurück, als die Brandenburg-Preußische Akademie der Künste gegründet wurde – eine der ältesten Kunstakademien Europas. Aus ihr gingen im 19. Jahrhundert eigenständige Häuser hervor, darunter 1875 die Hochschule für die Bildenden Künste und 1869 die Hochschule für Musik, die seit 1902 als unmittelbare Nachbarn am selben Gebäudekomplex an der Hardenbergstraße in Charlottenburg arbeiteten. Im Jahr 1975 wurden diese Vorläuferinstitutionen schließlich zur Hochschule der Künste (HdK) zusammengeführt, die im November 2001 in Universität der Künste Berlin (UdK) umbenannt wurde. Mit ihrem traditionsreichen Hauptsitz zählt die UdK heute zu den größten Kunsthochschulen Europas und prägt mit ihren Studiengängen für bildende Kunst, Design, Architektur und Musik Generationen von Künstlerinnen und Künstlern, von denen viele später selbst in der Berliner Szene Fuß fassen.
Museen von Weltrang
Die Neue Nationalgalerie auf dem Kulturforum, das einzige von Ludwig Mies van der Rohe in Europa errichtete Gebäude, wurde zwischen 1965 und 1968 erbaut und zeigt nach einer sechsjährigen, von David Chipperfield Architects geleiteten Sanierung – wiedereröffnet im August 2021 – Kunst des 20. Jahrhunderts von Otto Dix über Max Beckmann bis zu Ernst Ludwig Kirchner in ihrem charakteristischen Stahl-Glas-Pavillon. Wenige Kilometer entfernt liegt die Museumsinsel, die seit 1999 als Ensemble aus Altem Museum, Neuem Museum, Alter Nationalgalerie, Bode-Museum, Pergamonmuseum und James-Simon-Galerie zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt und jährlich rund 2,5 Millionen Menschen anzieht. In der Alten Nationalgalerie versammeln sich mit Werken von Caspar David Friedrich, Adolph Menzel und Max Liebermann einige der bedeutendsten Positionen der deutschen Malerei des 19. Jahrhunderts.
KW Institute for Contemporary Art und Berlin Biennale
In einer stillgelegten Margarinefabrik in Berlin-Mitte gründeten Klaus Biesenbach und weitere Mitstreiter 1991 die Kunst-Werke, aus denen das heutige KW Institute for Contemporary Art hervorging – eine der Institutionen, die Berlin nach dem Mauerfall zu einem internationalen Zentrum für zeitgenössische Kunst machten. 1996 riefen Biesenbach und Eberhard Mayntz im Umfeld der KW die Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst ins Leben, die seit ihrer ersten Ausgabe 1998 im Zweijahresrhythmus große Teile ihres Programms in den Räumen der KW zeigt, internationale Positionen der Gegenwartskunst nach Berlin holt und damit den Ruf der Stadt als Experimentierfeld für aktuelle künstlerische Strömungen mitbegründet hat.
Galerien zwischen Mitte und Potsdamer Straße
Nach dem Fall der Berliner Mauer entwickelte sich die Stadt in den 1990er-Jahren rasch zu einem Anziehungspunkt für junge, aufstrebende Galerien, die sich zunächst vor allem rund um die Auguststraße und die Linienstraße in Mitte ansiedelten. In den vergangenen Jahren ist ein Teil dieser Szene in den Bezirk Schöneberg an die Potsdamer Straße gezogen – etwa die Galerien Esther Schipper und Tanja Wagner –, wo seit 2020 auch die Galerie Nome ihren Sitz hat. Der Bezirk Wedding wiederum hat sich dank vergleichsweise günstiger Ateliers und junger Projekträume zu einem aufstrebenden Standort entwickelt. Schätzungen zufolge zählt Berlin heute rund 600 Galerien. Ein eigenes Kapitel Berliner Kunst- und Zeitgeschichte schreibt die East Side Gallery: Im Frühjahr 1990 bemalten 118 Künstlerinnen und Künstler aus 21 Ländern den 1,3 Kilometer langen, erhalten gebliebenen Mauerabschnitt mit rund hundert Werken, von denen heute Repliken aus dem Jahr 2009 zu sehen sind – ein Ort, der jährlich mehr als drei Millionen Menschen anzieht.
Gallery Weekend Berlin
Im Jahr 2005 riefen Berliner Galerien das Gallery Weekend als private Initiative ins Leben, um die Stadt für ein verlängertes Wochenende zur Bühne für zeitgenössische Kunst zu machen. Während 2013 rund 50 Galerien teilnahmen, präsentierten beim Gallery Weekend 2026 ebenfalls 50 feste Teilnehmer an 66 Standorten Werke von mehr als 80 Künstlerinnen und Künstlern aus über 30 Ländern – ergänzt durch das neue Format „Perspectives", das wechselnden Galerien eigene Projekte ermöglicht. Damit hat sich die Veranstaltung neben der herbstlichen Berlin Art Week zu einem der wichtigsten Termine im internationalen Kunstkalender der Stadt entwickelt.
Berlin heute
Zwischen jahrhundertealter Akademietradition, weltberühmten Sammlungen und einer Galerienszene, die sich beständig neu erfindet, bleibt Berlin ein Ort, an dem sich etablierte Institutionen und experimentelle Off-Spaces auf engstem Raum begegnen. Auf BK.net präsentieren Künstlerinnen und Künstler aus Berlin ihre Arbeiten in einer Bandbreite, die von klassischer Malerei über Fotografie und Skulptur bis zu zeitgenössischen Mischformen reicht, und machen damit sichtbar, wie lebendig und vielschichtig die Kunstmetropole an der Spree bis heute geblieben ist.
Häufige Fragen
Seit wann gibt es die Universität der Künste Berlin?
Die Wurzeln der heutigen UdK reichen bis zur Gründung der Brandenburg-Preußischen Akademie der Künste im Jahr 1696 zurück. 1975 wurden mehrere Vorläuferakademien zur Hochschule der Künste zusammengeführt, die 2001 in Universität der Künste Berlin umbenannt wurde.
Wie hängen das KW Institute for Contemporary Art und die Berlin Biennale zusammen?
Das KW Institute ging 1991 aus den in einer ehemaligen Margarinefabrik gegründeten Kunst-Werken hervor. 1996 entstand in seinem Umfeld die Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst, die seit ihrer ersten Ausgabe 1998 große Teile ihres Programms in den Räumen der KW zeigt.
Was ist das Gallery Weekend Berlin?
Das 2005 von Berliner Galerien als private Initiative gegründete Gallery Weekend lädt einmal jährlich zu einem verlängerten Wochenende mit Ausstellungen ein. 2026 beteiligten sich 50 Galerien an 66 Standorten mit Werken von mehr als 80 Künstlerinnen und Künstlern aus über 30 Ländern.
