Bildende Künstler

Kunst im Fokus

Künstler in Dresden

Mit der Gemäldegalerie Alte Meister und der Galerie Neue Meister beherbergen die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden zwei der bedeutendsten Sammlungen Europas – Tradition, die in der Stadt an der Elbe auf das Erbe der Künstlergruppe „Brücke" und eine aktive Gegenwartsszene mit mehr als 600 bildenden Künstlerinnen und Künstlern trifft.

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Die Hochschule für Bildende Künste Dresden

Die Wurzeln der Dresdner Kunstausbildung reichen bis in das Jahr 1680 zurück, als am kursächsischen Hof eine Zeichen- und Malerschule entstand. Auf dieser Grundlage gründete Kurfürst Friedrich Christian 1764 die „Allgemeine Kunst-Akademie der Malerey, Bildhauer-Kunst, Kupferstecher- und Baukunst", deren Gründungsrektor Christian Ludwig von Hagedorn wurde, während der Franzose Charles Hutin als erster Direktor amtierte. Über die Jahrhunderte lehrten an der heutigen Hochschule für Bildende Künste Dresden (HfBK) so unterschiedliche Künstlerpersönlichkeiten wie Canaletto, Giovanni Casanova, Caspar David Friedrich, Gottfried Semper und Eugen Bracht – und mit Gerhard Richter ein Maler, der hier studierte, bevor er 1961 in den Westen ging und zu einem der bedeutendsten Künstler der Gegenwart wurde. Ihren markanten Sitz hat die HfBK bis heute auf der Brühlschen Terrasse, in einem Gebäude mit charakteristischer Glaskuppel, das die Dresdnerinnen und Dresdner wegen seiner Form im Volksmund „Zitronenpresse" nennen.

Die Künstlergruppe Brücke

Einen Wendepunkt der europäischen Kunstgeschichte markierte der 7. Juni 1905, als die Architekturstudenten Ernst Ludwig Kirchner, Fritz Bleyl, Erich Heckel und Karl Schmidt-Rottluff in Dresden die Künstlergruppe „Brücke" gründeten, ohne selbst eine malerische Ausbildung durchlaufen zu haben. In kräftigen Farben, vereinfachten Formen und einer bewusst ungeschönten, oft holzschnittartigen Bildsprache suchten sie einen Neubeginn der Malerei jenseits akademischer Konventionen und gelten heute als Wegbereiter des deutschen Expressionismus. Ihre erste Ausstellung im September 1906 zeigten sie im Schauraum einer Lampenfabrik im Dresdner Stadtteil Löbtau – ein für die damalige Zeit ungewöhnlicher Ort, an dem das konservative Dresdner Publikum den Werken und der unkonventionellen Lebensweise der jungen Künstler überwiegend mit Ablehnung und Spott begegnete; Kritiker verspotteten sie gar als „Hottentotten im Frack". Später schlossen sich unter anderem Max Pechstein, Otto Mueller, Cuno Amiet und für kurze Zeit auch Emil Nolde der Gruppe an, bevor sie sich im Mai 1913 in Berlin auflöste. Das genaue Gründungsdatum galt unter Kunsthistorikern lange als umstritten und ließ sich erst 1973 anhand einer wiederentdeckten Skizze Kirchners zweifelsfrei auf den 7. Juni 1905 festlegen.

Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden

Im Dresdner Zwinger, dem zwischen 1710 und 1732 von Matthäus Daniel Pöppelmann im Auftrag August des Starken errichteten und 1719 eingeweihten Barock-Ensemble, zeigt die Gemäldegalerie Alte Meister Werke von europäischem Rang – allen voran Raffaels „Sixtinische Madonna" sowie Gemälde von Tizian, Vermeer und Rembrandt, umgeben von den Skulpturen des Bildhauers Balthasar Permoser. Im Albertinum, einem Renaissancebau aus den 1560er-Jahren, der 1889 nach König Albert von Sachsen benannt wurde, widmet sich die Galerie Neue Meister der Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts, mit Werken von Caspar David Friedrich, Otto Dix und eben jenem Gerhard Richter, dessen Weg von der HfBK über internationale Ausstellungen bis in die bedeutendsten Sammlungen der Gegenwart reicht. Nachdem das Elbehochwasser von 2002 auch die unterirdischen Depots des Hauses überflutet hatte, entstanden bei der anschließenden Sanierung bis 2010 hochwassersichere Depots und Werkstätten in zwei neuen Geschossen mit rund 3.450 Quadratmetern Fläche – eine Lehre aus der Flut, die bis heute den Umgang mit den Sammlungen prägt.

Zeitgenössische Kunst

Die Auseinandersetzung mit aktuellen künstlerischen Positionen setzt sich in einer lebendigen freien Szene fort: Das städtische Kunsthaus Dresden zeigt als Haus für internationale Gegenwartskunst wechselnde Ausstellungen mit Einblicken in das aktuelle Kunstgeschehen, während die Kunsthalle OKTOGON zeitgenössische Kunst auf rund 800 Quadratmetern in historischen Räumen präsentiert. Mehr als 600 bildende Künstlerinnen und Künstler leben und arbeiten heute in Dresden und tragen mit Ateliers, Projekträumen und Initiativen abseits der großen Museen dazu bei, dass die Stadt auch als Ort gegenwärtiger künstlerischer Produktion wahrgenommen wird – eine Szene, die sich bewusst in der Tradition der einstigen Aufbruchsbewegung der Brücke sieht, ohne deren Formensprache zu wiederholen, und die mit derselben Lust am Aufbruch eigene, zeitgemäße Wege sucht.

Dresden heute

Zwischen der jahrhundertealten Tradition der Akademie, dem Erbe der Brücke-Gründer und den weltberühmten Sammlungen im Zwinger und im Albertinum hat sich Dresden zu einer Stadt entwickelt, in der sich klassische Ausbildungswege, museale Tiefe und freie künstlerische Praxis eng berühren. Auf BK.net präsentieren Künstlerinnen und Künstler aus Dresden ihre Arbeiten in einer Bandbreite, die von der Malerei in der Tradition der HfBK über Grafik, Fotografie und Skulptur bis zu zeitgenössischen Mischformen reicht, und machen damit sichtbar, wie sich die lange Geschichte der Stadt an der Elbe in der Gegenwart auf vielfältige Weise fortschreibt.

Häufige Fragen

Wann und von wem wurde die Künstlergruppe „Brücke“ gegründet?

Die „Brücke“ wurde am 7. Juni 1905 in Dresden von den Architekturstudenten Ernst Ludwig Kirchner, Fritz Bleyl, Erich Heckel und Karl Schmidt-Rottluff gegründet. Sie gilt als Geburtsstunde des deutschen Expressionismus; das genaue Gründungsdatum ließ sich erst 1973 anhand einer Kirchner-Skizze zweifelsfrei klären.

Seit wann gibt es die Hochschule für Bildende Künste Dresden?

Die HfBK geht auf die 1764 von Kurfürst Friedrich Christian gegründete „Allgemeine Kunst-Akademie der Malerey, Bildhauer-Kunst, Kupferstecher- und Baukunst“ zurück und damit auf eine noch ältere Zeichen- und Malerschule von 1680. Zu ihren Lehrenden zählten unter anderen Caspar David Friedrich und Gottfried Semper, später studierte hier Gerhard Richter.

Welche Sammlungen zeigen der Zwinger und das Albertinum?

Im Zwinger, einem Barock-Ensemble Pöppelmanns aus den Jahren 1710 bis 1732, zeigt die Gemäldegalerie Alte Meister unter anderem Raffaels „Sixtinische Madonna“. Im Albertinum widmet sich die Galerie Neue Meister der Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts, etwa von Caspar David Friedrich, Otto Dix und Gerhard Richter.

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