Ateliers besuchen nach Vereinbarung
Auch in München empfangen viele Bildende Künstlerinnen und Künstler Interessierte nach Terminabsprache in ihren Arbeitsräumen – in Schwabing, Haidhausen, Maxvorstadt oder den umliegenden Stadtteilen. Angesichts der über die Stadt verstreuten Arbeitsorte ist der verabredete Besuch oft ergiebiger als das Warten auf die großen Termine. Kontakt nimmt man am besten über die eigene Website oder die Social-Media-Profile der jeweiligen Künstlerin oder des Künstlers auf.
Offene Türen am Domagkpark
Der wichtigste regelmäßig zugängliche Atelierort liegt im Norden Schwabings, auf dem Gelände der 1936 errichteten und 1993 von der Bundeswehr aufgegebenen Funkkaserne: Seit 2009 betreibt die Landeshauptstadt München dort in „Haus 50" das größte städtische Atelierhaus der Stadt. Nach Sanierung und Ausbau stehen heute 101 Arbeitsateliers verschiedenen Typs sowie zwei Gastateliers zur Verfügung, in denen über 140 Kunstschaffende arbeiten – historisch war die Künstlerkolonie auf dem Gelände mit zeitweise rund 300 Künstlerinnen und Künstlern in bis zu 250 Ateliers im Jahr 2004 noch deutlich größer, bevor ab 2005 Teile für den Neubau des Stadtviertels Domagkpark weichen mussten. Die DomagkAteliers laden zu wiederkehrenden offenen Sonntagen und Ausstellungen in der hauseigenen halle50 ein; dann lassen sich dutzende Ateliers an einem Nachmittag besuchen. Die Termine veröffentlichen die Häuser in ihren Programmen auf domagkateliers.com und auf den Seiten der Landeshauptstadt München. Seit 2008 vergibt das Kulturreferat der Stadt zudem Mietzuschüsse an freischaffende bildende Künstlerinnen und Künstler am Beginn ihrer Laufbahn: Für den Förderzeitraum 2026 bis 2029 profitieren 139 Kunstschaffende von monatlichen Zuschüssen zwischen 98 und 290 Euro.
Bahnwärter Thiel: Ateliers im Container
Ein jüngerer, informeller Atelierstandort liegt auf dem Gelände des ehemaligen Schlachthofs in der Isarvorstadt: Der 2015 gegründete und 2018 an seinen heutigen Standort gezogene Kulturort Bahnwärter Thiel hat in umgebauten Schiffscontainern einen Atelierpark eingerichtet, in dem Künstlerinnen, Künstler, Handwerkerinnen und Musiker aus unterschiedlichen Bereichen arbeiten. Die Ateliers sind in ein Gelände mit alten U-Bahn-Wagen, einer Tram und einem Kran mit Gondeln eingebettet und öffnen unregelmäßig zu Veranstaltungen und Festivals des Hauses.
Der Rundgang der Akademie
Die Akademie der Bildenden Künste München geht auf eine 1770 gegründete Zeichenschule zurück und wurde 1808 unter König Max I. als Königliche Akademie der Bildenden Künste neu konstituiert – sie zählt damit zu den ältesten Kunsthochschulen Deutschlands. Einmal im Jahr öffnet sie ihre Klassen zur Jahresausstellung – eines der meistbesuchten Kunstereignisse der Stadt, bei dem sich die kommende Münchner Künstlergeneration in ihren Arbeitsräumen besuchen lässt. Wer bei Besuchen auch kaufen möchte – am Domagkpark wie beim Rundgang ist das üblich –, findet die Wege auf der Seite Kunst kaufen in München beschrieben. Wer keinen Termin am Domagkpark oder bei der Akademie abpassen kann, ist mit der direkten Anfrage bei einzelnen Künstlerinnen und Künstlern in Haidhausen, der Maxvorstadt oder Giesing meist ebenso gut beraten – gerade in den ruhigeren Monaten zwischen den großen Terminen.
Ergänzend vermittelt das Kulturreferat der Stadt München über sein Atelierförderprogramm bezahlbare Arbeitsräume in städtischen Liegenschaften an freischaffende Künstlerinnen und Künstler; die Vergabe erfolgt nach Bewerbung über eine Jury. Wer die Münchner Szene über das Jahr verteilt erleben will, kombiniert am besten den Akademie-Rundgang im Sommer mit Einzelbesuchen in den geförderten Ateliers und einem Termin im Bahnwärter Thiel.