Rundgang der Akademie der Bildenden Künste
Die Akademie der Bildenden Künste Nürnberg öffnet einmal jährlich ihre Ateliers und Werkstätten für die Öffentlichkeit. Mit mehreren hundert Studierenden in Malerei, Grafik, Bildhauerei und Kunstvermittlung bietet der Rundgang einen konzentrierten Einblick in die Produktion der ältesten Kunstakademie im deutschsprachigen Raum. Gegründet wurde sie 1662 von dem Kupferstecher Jacob von Sandrart gemeinsam mit dem Astronomen Georg Christoph Eimmart, dem Maler und Architekten Elias von Goedeler sowie dem Ratsherrn Joachim Nützel von Sündersbühl als „Maler-Academie"; die ersten Zusammenkünfte fanden in Sandrarts eigener Wohnung statt. Nach mehreren Umzügen, unter anderem ins ehemalige Franziskanerkloster und das Katharinenkloster, bezog die Akademie 1954 ihre von Sep Ruf entworfenen Bauten im Waldgebiet am Nürnberger Tiergarten, in denen sie bis heute arbeitet. Der Rundgang-Termin ist das Hauptereignis der Nürnberger Kunstszene und zieht Besucher aus der gesamten Metropolregion an.
KunstKulturQuartier und Projekträume
Im KunstKulturQuartier, zu dem unter anderem Kunsthalle und Neues Museum gehören, finden regelmäßig Ausstellungseröffnungen und Veranstaltungen statt, bei denen Künstlerinnen und Künstler ihre Arbeit vorstellen. Projekträume in der Nürnberger Innenstadt ergänzen das institutionelle Angebot um selbstorganisierte Formate und bieten jüngeren Positionen eine Bühne außerhalb des etablierten Ausstellungsbetriebs. Auch das Künstlerhaus und die Tafelhalle, beide Teil des KunstKulturQuartiers, zeigen regelmäßig Arbeiten freischaffender Künstlerinnen und Künstler und ergänzen so das Angebot der großen Häuser um kleinere, oft experimentelle Formate. Das historische Katharinenkloster, in dem die Akademie zeitweise selbst untergebracht war, beherbergt heute Teile des Stadtarchivs und wird gelegentlich für Sonderausstellungen genutzt. Die Nähe der verschiedenen Häuser zueinander macht einen Rundgang durch das gesamte Quartier an einem Nachmittag möglich. Das Gebäude der Kunsthalle wurde bereits 1913 als Kunst-Ausstellungs-Halle eröffnet und diente in den 1930er Jahren als Fränkische Galerie, bevor es 1967 als Kunsthalle Nürnberg neu gegründet wurde, mit dem Ziel, eine städtische Sammlung internationaler Gegenwartskunst aufzubauen. Das KunstKulturQuartier selbst entstand 2008 als städtische Dienststelle, die Kunsthalle, Künstlerhaus, Kunsthaus, Tafelhalle, Filmhaus und das historische Katharinenkloster unter einem organisatorischen Dach zusammenführt.
Atelierbesuche auf Anfrage
Nürnbergs freie Kunstszene ist eng mit der Akademie verflochten: Absolventinnen und Absolventen, die in der Stadt bleiben, sind über Ausstellungseröffnungen sowie über die eigene Website oder Social-Media-Kanäle erreichbar. Atelierbesuche auf persönliche Anfrage sind in der Nürnberger Szene gut möglich; die kompakte Stadt und die im Vergleich zu größeren Metropolen günstigeren Raummieten erlauben Atelierflächen, die anderswo kaum mehr zu finden sind. Wer Nürnberg als Kunstziel plant, verbindet den Akademierundgang mit einem Besuch des Albrecht-Dürer-Hauses und des Germanischen Nationalmuseums – ein Programm, das mehrere Jahrhunderte Kunstgeschichte in einer kompakten Altstadt erschließt. Das Germanische Nationalmuseum wurde 1852 von dem fränkischen Adligen Hans Freiherr von und zu Aufseß gegründet, der vor dem Hintergrund der gescheiterten politischen Einigung der deutschen Staaten ein umfassendes Repertorium zur deutschen Geschichte, Literatur und Kunst anlegen wollte; 1857 schenkte ihm der bayerische König das ehemalige Kartäuserkloster, in dem das Museum bis heute untergebracht ist. Mit mehr als 1,3 Millionen Objekten zählt es zu den größten kulturhistorischen Museen des deutschen Sprachraums. Das Albrecht-Dürer-Haus, in dem der Maler von 1509 bis zu seinem Tod 1528 lebte und arbeitete, ergänzt das Programm um einen direkten Bezug zur Nürnberger Malertradition, an die die Akademie seit 1662 anknüpft.