Galerien und KunstKulturQuartier
Im KunstKulturQuartier und in der Nürnberger Innenstadt gibt es mehrere Galerien, die zeitgenössische Kunst aus der Region und aus dem internationalen Umfeld anbieten. Für Grafik und Druckkunst ist Nürnberg besonders gut aufgestellt: Die Stadt war seit dem Spätmittelalter ein Zentrum des Holzschnitts und Kupferstichs, dessen bekanntester Vertreter Albrecht Dürer war.
Kunstverein Nürnberg – Albrecht Dürer Gesellschaft
1792 schlossen sich der Kunsthändler und Mäzen Friedrich Frauenholz, der Maler Johann Peter Rössler und der Arzt Johann Benjamin Erhard mit fünfzehn Gleichgesinnten zu einem „Kreis zur Pflege der Kunst in Nürnberg" zusammen – nach übereinstimmender Quellenlage der älteste Kunstverein Deutschlands. Spätere prominente Mitglieder wie Peter von Cornelius, Christian Daniel Rauch und Johann Wolfgang von Goethe verschafften dem Verein überregionale Bekanntheit. Seit der Vereinigung mit dem Albrecht-Dürer-Verein im Jahr 1830 trägt er den Namen des wichtigsten Künstlers der Stadt im Titel. Seit 2003 ist der Kunstverein im Verwaltungsgebäude des ehemaligen Milchhofs ansässig, das der Architekt Otto Ernst Schweizer 1929/1931 im Stil der Neuen Sachlichkeit errichtete. Er organisiert regelmäßige Verkaufsausstellungen und Editionen und widmet sich dabei der Vermittlung zeitgenössischer Kunst.
Neues Museum: Kunst und Design seit 1945
Das 2000 nach Plänen des Berliner Architekten Volker Staab eröffnete Neue Museum – Staatliches Museum für Kunst und Design – zeigt auf rund 3.000 Quadratmetern Kunst und Design seit 1945. Die rund 1.500 Werke umfassende Kunstsammlung hat Schwerpunkte in osteuropäischer Kunst, geometrischer Abstraktion, konkreter Kunst sowie Fluxus- und Installationskunst; die Designsammlung entstand in Zusammenarbeit mit der Neuen Sammlung München. Der Museumsshop führt Kataloge und Designobjekte aus beiden Sammlungsbereichen.
Akademierundgang und Direktkauf
Der Kupferstecher und Kunsthändler Jacob von Sandrart gründete die Akademie der Bildenden Künste Nürnberg 1662 zusammen mit dem Astronomen Georg Christoph Eimmart, dem Maler und Architekten Elias von Goedeler und dem Ratsherrn Joachim Nützel als „Maler-Academie" – sie gilt damit als die älteste Kunsthochschule im deutschsprachigen Raum. Mit rund 320 Studierenden in zehn Studiengängen – von Freier Kunst und Freier Malerei über Bildhauerei und Grafik-Design bis zu Schmuck und Gerät – zählt sie zu den kleineren, aber persönlich geführten Kunsthochschulen Deutschlands. Der jährliche Rundgang ermöglicht den direkten Kauf von Studentinnen und Studenten; das Preisniveau ist hier deutlich günstiger als im Galerienhandel. Wer Absolventinnen und Absolventen, die in Nürnberg oder der Region bleiben, weiterverfolgen möchte, findet sie über deren eigene Ausstellungen und Ateliers wieder, die im Anschluss an den Rundgang häufig zu Besuchen einladen.
Museumsshops und Druckgrafik
Im Albrecht-Dürer-Haus, in dem der Künstler von 1509 bis zu seinem Tod 1528 lebte und arbeitete, vermittelt eine Dauerausstellung Einblicke in sein Leben und Werk; der angeschlossene Museumsladen führt Literatur, Grafikreproduktionen und Sammlerstücke zum Künstler. Das Germanische Nationalmuseum führt einen der umfangreichsten Museumsshops in Deutschland mit Drucken, Postern und Katalogen zu seinen Sammlungen. Das Kupferstichkabinett mit 170.000 Druckgrafiken ist für Forschende zugänglich; Editionen und Faksimiles zu Dürer sind im Shop erhältlich. Für originale Dürer-Grafiken gibt es spezialisierte Auktionshäuser; das Germanische Nationalmuseum kann bei der Einordnung von Drucken und ihrer Entstehungszeit helfen.
Zwischen Akademierundgang, Kunstverein und den Sammlungen des Germanischen Nationalmuseums verbindet Nürnberg eine über zwei Jahrhunderte gewachsene Grafiktradition mit einem direkten, niedrigschwelligen Zugang zu zeitgenössischer Kunst.