Bildende Künstler

Kunst im Fokus

Künstler in Köln

Mit dem Museum Ludwig, der Art Cologne als ältester Kunstmesse der Welt und dem Wallraf-Richartz-Museum verbindet Köln internationale Sammlungstiefe mit einer dichten Galerienszene. Von Gerhard Richters Domfenster bis zu den Vereinbarungen, die Peter und Irene Ludwig mit der Stadt trafen, hat sich die Domstadt zu einem Knotenpunkt der Kölner und rheinischen Kunstwelt entwickelt.

Arbeiten von Künstlern in Köln

Museum Ludwig

Das Museum Ludwig geht auf einen Schenkungsvertrag zurück, den das Sammlerehepaar Peter und Irene Ludwig am 23. Februar 1976 mit der Stadt Köln schloss: Sie übereigneten 350 Werke moderner Kunst unter der Bedingung, dass die Stadt dafür ein eigenständiges Haus errichtet. Das von den Kölner Architekten Peter Busmann und Godfrid Haberer entworfene „Doppelmuseum", das zunächst gemeinsam mit dem Wallraf-Richartz-Museum genutzt wurde, eröffnete 1986; seit der 1994 beschlossenen Trennung beider Häuser beherbergt der Bau an der Bischofsgartenstraße allein das Museum Ludwig. Mit der Schenkung gelangten bedeutende Werke der russischen Avantgarde ebenso ins Haus wie die bis heute weltweit umfangreichste Sammlung amerikanischer Pop-Art außerhalb der USA, etwa von Andy Warhol, Roy Lichtenstein und James Rosenquist. 1994 stiftete das Ehepaar zudem 90 Werke aus seinem Picasso-Bestand, und zur Wiedereröffnung am 1. November 2001 ergänzte Irene Ludwig die Sammlung um weitere 774 Blätter Picassos – zusammen die drittgrößte Picasso-Sammlung der Welt.

Art Cologne

Vom 13. bis 17. September 1967 organisierten die Kölner Galeristen Hein Stünke und Rudolf Zwirner gemeinsam mit sechzehn weiteren Händlern im historischen Gürzenich und im Kölnischen Kunstverein den „Kunstmarkt Köln '67" – aus der Überzeugung heraus, dem damals noch lahmenden westdeutschen Kunstmarkt neue Impulse zu geben. Schon die erste Ausgabe mit 18 Galerien und rund 15.000 Besucherinnen und Besuchern erzielte mit etwa einer Million D-Mark Umsatz einen für die Zeit beachtlichen Erfolg – zur Einordnung: Ein VW Käfer kostete damals rund 5.000 D-Mark. Aus diesem Pioniervorhaben ging die Art Cologne hervor, die als weltweit erste Messe für zeitgenössische Kunst und als älteste durchgehend bestehende Kunstmesse überhaupt gilt und bis heute rund 200 internationale Galerien anzieht – ein Fundament, auf dem sich Köln gemeinsam mit Düsseldorf zu einem der bedeutendsten Kunstmärkte Europas entwickelt hat.

Wallraf-Richartz-Museum

Mit seinem Tod am 18. März 1824 vermachte der Kölner Sammler und Gelehrte Ferdinand Franz Wallraf der Stadt seinen gesamten Nachlass – nahezu 10.000 Gemälde, Zeichnungen und Holzschnitte, etwa 13.000 Bücher und mehr als 3.000 Siegel, die er während der Säkularisation vor der Vernichtung bewahrt hatte, darunter zahlreiche Altarbilder aus aufgelösten Kölner Kirchen und Klöstern. Erst dreißig Jahre später stiftete der Kaufmann Johann Heinrich Richartz 1854 die Mittel für einen eigenen Museumsbau nach Plänen des Kölner Architekten Josef Felten, der am 1. Juli 1861 als Wallraf-Richartz-Museum eröffnet wurde. Weil Köln im Unterschied zu vielen anderen Städten weder von großen Stadtbränden noch von Bilderstürmen heimgesucht wurde, verwahrt das Haus bis heute eine der bedeutendsten Sammlungen mittelalterlicher Tafelmalerei der Welt – ein Schatz, der unmittelbar auf Wallrafs Sammelleidenschaft zurückgeht.

Gerhard Richter und das Domfenster

Am 25. August 2007 wurde im Südquerhaus des Kölner Doms ein Glasfenster eingeweiht, das der seit 1983 in Köln lebende und arbeitende Maler Gerhard Richter der Stadt schenkte – eines der bedeutendsten zeitgenössischen Kunstwerke im Kirchenraum überhaupt. Auf einer Fläche von 106 Quadratmetern ordnete Richter 11.263 quadratische Glasstücke aus mundgeblasenem Echtantikglas in 72 Farbtönen zu je 9,6 mal 9,6 Zentimetern an: Die Anordnung der einen Fensterhälfte bestimmte ein Zufallsgenerator, während sich auf der anderen Hälfte die Abschnitte 1 und 3, 2 und 5 sowie 4 und 6 wie in einem Spiegel entsprechen. Rund 1.200 Spenderinnen und Spender finanzierten die etwa 370.000 Euro Herstellungskosten, Richter selbst arbeitete ohne Honorar – ein Werk, das die Verbindung des Künstlers zur Stadt und ihrer langen Tradition als Ort kirchlicher wie säkularer Kunst eindrucksvoll sichtbar macht.

Galerienszene und Art-Markt

Rund um die Art Cologne hat sich in der Domstadt eine dichte Galerienlandschaft etabliert, die – gemeinsam mit der benachbarten Kunstmetropole Düsseldorf – das Rheinland zu einem der wichtigsten Zentren des europäischen Kunstmarkts macht. Etablierte Häuser und jüngere Projekträume arbeiten dabei eng mit den großen Sammlungen und Institutionen der Stadt zusammen, sodass Sammlerinnen und Sammler, Kuratorinnen und Kuratoren sowie Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt regelmäßig zusammenfinden. Diese enge Verzahnung von Markt, Museum und freier Szene gilt bis heute als eines der Markenzeichen der Kölner Kunstwelt und reicht in ihren Wurzeln bis zu jenem „Verein progressiver deutscher Kunsthändler" zurück, den Stünke, Zwirner und ihre Mitstreiter 1967 gründeten.

Köln heute

Zwischen der Sammlung des Museum Ludwig, der jahrhundertealten Tradition des Wallraf-Richartz-Museums, dem Pioniergeist der Art Cologne und Gerhard Richters Domfenster hat sich Köln zu einer Stadt entwickelt, in der sich Kunstgeschichte, Kunstmarkt und Gegenwart auf engstem Raum begegnen. Auf BK.net präsentieren Künstlerinnen und Künstler aus Köln ihre Arbeiten in einer Bandbreite, die von der Malerei über Fotografie, Skulptur und Installation bis zu zeitgenössischen Mischformen reicht, und machen damit sichtbar, wie lebendig die rheinische Kunstmetropole am Dom bis heute geblieben ist.

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