Galerien in Bonn
Bonn hat eine aktive Galerienszene, die sich über mehrere Stadtteile verteilt: Innenstadt, Poppelsdorf, Beuel und Bad Godesberg bilden gemeinsam ein dichtes Netz von rund einem Dutzend etablierten Adressen. Die Galerie Geißler Bentler an der Friedrichstraße zeigt seit Jahrzehnten zeitgenössische Kunst mit Schwerpunkt auf der ZERO-Bewegung. In Poppelsdorf präsentiert die Galerie Gisela Clement Malerei, Grafik und Skulptur in einem eigens dafür gestalteten Ausstellungsbau. Die 2014 gegründete Galerie 62 widmet sich Malerei, Zeichnung, Druckgrafik und Skulptur jüngerer Positionen, während Galerie Pudelko und Galerie Schneider klassische und zeitgenössische Werke in wechselnden Ausstellungen zeigen. Bad Godesberg richtet jährlich die Nacht der Galerien aus, bei der mehrere Häuser gemeinsam neue Ausstellungen eröffnen. Zeitgenössische Malerei, Grafik und Fotografie dominieren das Angebot; direkter Atelierkontakt zu in Bonn ansässigen Künstlerinnen und Künstlern lässt sich über offene Ateliers und persönliche Anfrage herstellen.
Bundeskunsthalle und Kunstmuseum: Editionen und Shop
Die Bundeskunsthalle wurde nach einem Entwurf des Wiener Architekten Gustav Peichl errichtet, der 1986 aus 35 Wettbewerbsbeiträgen als Sieger hervorging, und am 17. Juni 1992 eröffnet; sie verfügt über rund 5.600 Quadratmeter Ausstellungsfläche für wechselnde internationale Sonderausstellungen. Das benachbarte Kunstmuseum Bonn, 1992 nach einem Entwurf des Berliner Architekten Axel Schultes fertiggestellt, geht in seiner Sammlungsgeschichte auf das Jahr 1949 zurück, als mit dem Erwerb zweier Gemälde von August Macke der Grundstein gelegt wurde. Heute zählt die Sammlung zu den umfangreichsten Beständen von Werken Mackes weltweit und bildet gemeinsam mit dem Rheinischen Expressionismus und der deutschen Kunst nach 1945 den inhaltlichen Schwerpunkt des Hauses. Der Museumsshop bietet Publikationen, Poster und sammlungsbezogene Editionen, häufig mit Bezug auf Macke und den Rheinischen Expressionismus. Die Bundeskunsthalle legt begleitend zu ihren großen Wechselausstellungen regelmäßig Kataloge und gelegentliche limitierte Editionen auf.
Bonner Kunstverein
Der 1963 gegründete Bonner Kunstverein zeigt in der ehemaligen Blumenmarkthalle im Norden der Bonner Altstadt, die ursprünglich 1974 als Bonner Blumengroßmarkt errichtet und 1986 von den Architekten Haus-Rucker-Co zur Ausstellungshalle umgebaut wurde, auf rund 700 Quadratmetern wechselnde Ausstellungen zeitgenössischer Kunst. Die vereinseigene Artothek ermöglicht es Mitgliedern, Werke gegen eine Gebühr zeitlich befristet zu entleihen – ein niedrigschwelliger Einstieg in den Umgang mit zeitgenössischer Kunst, auch für spätere Käuferinnen und Käufer.
Auktionshäuser und Kunstmärkte
Bonn verfügt mit dem 1971 gegründeten Auktionshaus von Zengen und dem Auktionshaus Plückbaum, das seit mehr als neun Jahrzehnten besteht, über zwei eigenständige Adressen für Kunstauktionen. Von Zengen, seit 2010 unter der Leitung von Stefan Püngel, versteigert in vier Auktionen pro Jahr mehrere tausend Kunst- und Antiquitätenobjekte und führt für höherpreisige Objekte eine systematische Provenienzprüfung durch. Plückbaum bietet Gemälde, Skulpturen, Möbel sowie weiteres Kunsthandwerk an. Für ältere rheinische Positionen aus dem Umfeld des Rheinischen Expressionismus führt der Weg ergänzend häufig zu den größeren Kölner Auktionshäusern, die in weniger als einer Stunde erreichbar sind. Im Jahresverlauf finden in Bonn zudem Kunstmärkte und Verkaufsausstellungen statt, die den direkten Kauf ohne Galerieprovision ermöglichen.
Wer in Bonn kauft, bewegt sich in einem Markt mit moderaten Preisen und einem für eine Stadt dieser Größe ungewöhnlich dichten Angebot an etablierten Auktionshäusern. Vollständige Dokumentation und ein lückenloser Provenienznachweis gehören bei seriösen Anbietern in Bonn zum Standard.