Galerien in Erfurt
In der Erfurter Altstadt und in den angrenzenden Gründerzeitvierteln gibt es Galerien mit unterschiedlichen Profilen – von historischer Thüringer Kunst und Klassischer Moderne bis zu zeitgenössischer Malerei, Grafik und Fotografie. Mehrere Galerien liegen in denkmalgeschützten Gebäuden der Altstadt, darunter auf der Krämerbrücke, der längsten durchgehend mit Häusern bebauten und bewohnten Brücke Europas: Neben Kunsthandwerksstätten für Porzellan, Glas und Schmuck sind dort auch Kunstgalerien und Atelier-Galerien inhabergeführter Künstlerinnen und Künstler ansässig. Direkter Atelierkontakt zu in Erfurt ansässigen Künstlerinnen und Künstlern lässt sich über offene Ateliers und persönliche Anfrage herstellen. Beim jährlich im Juni stattfindenden Krämerbrückenfest, einem der größten Stadtfeste Thüringens, präsentieren zusätzlich auswärtige Kunsthandwerkerinnen und Kunsthandwerker sowie Galerien ihre Arbeiten in einem temporären Marktformat entlang der Brücke.
Lateinisches Viertel als historischer Rahmen
Das Lateinische Viertel rund um Augustinerkloster und Predigerstraße verdankt seinen Namen der jahrhundertelangen Nähe zur 1392 gegründeten Universität Erfurt, einer der ältesten Universitätsgründungen im deutschsprachigen Raum, an der einst auch Martin Luther studierte. Die kleinteilige, von Studierenden und Gelehrten geprägte Bebauung blieb erhalten und beherbergt heute neben der Galerie Waidspeicher mehrere Cafés, Boutiquen und weitere kleine Galerien in unmittelbarer Nachbarschaft zueinander.
Direktkauf und Atelierszene
Erfurt hat eine aktive freie Szene freischaffender Künstlerinnen und Künstler. Mehrere sind für individuelle Atelierbesuche und Direktkäufe zugänglich. Das Preisniveau ist im Vergleich zu größeren Galeriestädten moderat; der direkte Kontakt zu Künstlerinnen und Künstlern ist in der überschaubaren Stadtgesellschaft oft unkompliziert.
Kunstmuseen Erfurt: Sammlung und Shopangebot
Die Kunstmuseen Erfurt umfassen neben dem Angermuseum die Kunsthalle mit Schwerpunkt Fotografie und zeitgenössische Kunst, die Galerie Waidspeicher für jüngere und experimentelle Kunstformen sowie Schloss Molsdorf mit Schwerpunkt Illustration. Das Angermuseum besitzt zwölf Werke aus dem Umfeld von Lucas Cranach dem Älteren und seiner Werkstatt, darunter Tafelbilder wie "Christus als guter Hirte" und "Lasset die Kindlein zu mir kommen" sowie einen Flügelaltar; die mittelalterliche Sammlung bildet einen Schwerpunkt des Hauses. Daneben umfasst die Sammlung des Angermuseums kunsthandwerkliche Bestände wie Fayencen, Porzellan und Möbel vom Barock bis zum Jugendstil. In den jeweiligen Museumsshops sind Publikationen und Kataloge zu den Sammlungen erhältlich, besonders für Liebhaber mittelalterlicher Thüringer Kunst und der Cranach-Schule.
Kunsthalle Erfurt und Galerie Waidspeicher
Die Kunsthalle Erfurt ist hinter der Renaissancefassade des "Hauses zum Roten Ochsen" am Fischmarkt untergebracht und zeigt auf rund 750 Quadratmetern wechselnde Ausstellungen von der Moderne bis zur Gegenwart; sie gilt damit als die größte öffentlich geförderte Einrichtung für Wechselausstellungen moderner Kunst in Thüringen. Die Galerie Waidspeicher liegt im Lateinischen Viertel der Altstadt im Kulturhof zum Güldenen Krönbacken und zeigt vorrangig nationale und internationale zeitgenössische Kunst – von Installationen und Objekten bis zu Skulptur und angewandter Kunst. Der Kulturhof vereint mehrere historische Bürgerhäuser, die nach 1990 saniert wurden und heute neben der Galerie auch Werkstätten für angewandte Kunst und Kunsthandwerk beherbergen.
Erfurt ist für Kunstkäuferinnen und Kunstkäufer ein Ort mit spezifischem Charakter: Die denkmalgeschützte Altstadt mit ihrer Krämerbrücke prägt auch das räumliche Umfeld der Galerien; das Gesamtangebot ist insgesamt kleiner als in den großen deutschen Galerieplätzen, dafür persönlicher und oft besonders stark auf regionale und Thüringer Positionen spezialisiert und entsprechend leichter zu überblicken.