Offene Ateliers in Hannover
Hannovers Atelierszene liegt vor allem in der Nordstadt und im Lister Viertel, etwa in der Kunstfabrik im Helmkehof. Projekträume und der Kunstverein koordinieren punktuelle Atelierformate; im Sprengel Museum lässt sich ergänzend die Schwitters-Rekonstruktion erleben.Arbeiten in Ateliers in Hannover ansehen
Projekträume und freie Szene
Hannovers freie Kunstszene konzentriert sich auf die Nordstadt und das Lister Viertel. Dort betreibt die Kunstfabrik Hannover im Helmkehof, einer ehemaligen Gummifabrik an der Schulenburger Landstraße, auf knapp 300 Quadratmetern offene Atelierräume für Malerei, Zeichnung und Druckgrafik. Daneben veranstalten verschiedene selbstorganisierte Projekträume regelmäßige Atelieröffnungen und Ausstellungen. Ein stadtweites Offene-Ateliers-Format wird von lokalen Kunstorganisationen koordiniert und über den Hannover-Kulturkalender angekündigt.
Atelier Bettfedernfabrik im Kulturzentrum Faust
Im Stadtteil Linden-Nord betreibt das Kulturzentrum Faust seit 1990 in der ehemaligen Fabrikhalle der Firma Werner & Ehlers ein soziokulturelles Zentrum; 1992 zog dort auf 660 Quadratmetern das Atelier Bettfedernfabrik ein, benannt nach der vorherigen Nutzung des Gebäudes. Vierzehn Künstlerinnen und Künstler arbeiten seither unter einem Dach in den Bereichen Malerei, Grafik, Objektkunst, Audio-, Video- und Lichtkunst, Installation, Intervention im öffentlichen Raum und Performance; viele von ihnen sind international tätig, mit Ausstellungen unter anderem in Frankreich, Polen, Japan, Korea, Taiwan und den USA.
Künstlergespräche in Museen
Das Sprengel Museum und die Kestner Gesellschaft bieten regelmäßige Führungen, Künstlergespräche und thematische Abende, bei denen Kunstschaffende ihre Arbeit vorstellen. Diese institutionellen Formate sind oft niedrigschwelliger als ein direkter Atelierbesuch und bieten guten Einstieg in die Hannoveraner Szene. Die Kestner Gesellschaft wurde am 31. August 1916 zusammen mit der Hannoverschen Sezession gegründet, weil das als „stocksteif" kritisierte Kulturklima der Stadt unabhängige Ausstellungsmöglichkeiten für zeitgenössische Kunst verhinderte; zu den Gründungsmitgliedern zählten der Museumsdirektor Albert Brinckmann, der Kunstgewerbeschuldirektor Wilhelm von Debschitz sowie die Bürger Hermann Bahlsen, August Madsack und Fritz Beindorff. Bis heute steht der Verein für unabhängige, von städtischen Institutionen unabhängige Ausstellungsarbeit. Der Kunstverein Hannover besteht bereits seit dem 3. März 1832: Der hannoversche Bürger Bernhard Hausmann und der Jurist Johann Hermann Detmold gründeten ihn als „Kunst-Verein für das Königreich Hannover“ mit dem Ziel, das öffentliche Interesse an der bildenden Kunst zu beleben und zu verbreiten; eigene Ausstellungsräume entstanden 1856 im neu errichteten Künstlerhaus, das der Verein bis heute mitnutzt. 2007 kooperierten Kestner Gesellschaft, Kunstverein Hannover und Sprengel Museum erstmals gemeinsam für die Ausstellung „Made in Germany“ – ein Beleg für die enge Vernetzung der drei Häuser.
Atelierbesuche auf Anfrage
Viele Hannoveraner Künstlerinnen und Künstler sind für persönliche Atelierbesuche offen. Eine kurze Nachricht über Website oder Instagram-Kanal genügt meist, um einen Termin zu vereinbaren. Wer die Verbindung zur historischen Avantgarde sucht, besucht zunächst die Schwitters-Rekonstruktion im Sprengel Museum: Das Haus bewahrt mit 1.124 Bildwerken die weltweit umfangreichste Sammlung zu Kurt Schwitters sowie das zentrale Kurt-Schwitters-Archiv, eine international tätige Forschungseinrichtung zu Leben und Werk des Merz-Künstlers. Sie gibt die beste Einführung in das, was Hannover künstlerisch geprägt hat. Das Museum selbst geht auf eine große Schenkung zurück: Der Schokoladenfabrikant und Kunstsammler Bernhard Sprengel übergab der Stadt Hannover 1969 anlässlich seines 70. Geburtstags seine umfangreiche Sammlung moderner Kunst und stiftete einen namhaften Betrag zum Museumsbau; der erste Bauabschnitt öffnete 1979, die offizielle Umbenennung von „Kunstmuseum Hannover mit Sammlung Sprengel“ in Sprengel Museum Hannover folgte 1984 zu Sprengels 85. Geburtstag.
Für einen vollen Kunstrundgang durch Hannover empfiehlt sich die Kombination: Sprengel Museum am Maschsee, Kestner Gesellschaft in der Innenstadt, Kunstverein Hannover – alle drei in gut 30 Minuten zu Fuß verbunden.
Schon gewusst?
Gibt es in Hannover einen jährlichen Offene-Ateliers-Tag?
Hannover hat punktuelle Atelierformate, die über den städtischen Kulturkalender angekündigt werden. Ein einheitliches jährliches Format für die gesamte Stadt gibt es nicht; Projekträume in der Nordstadt und im Lister Viertel veranstalten eigene Atelieröffnungen, etwa die Kunstfabrik Hannover im Helmkehof.
Wie erlebt man die Merz-Tradition in Hannover?
Im Sprengel Museum Hannover befindet sich eine Rekonstruktion des Merzbaus von Kurt Schwitters sowie mit 1.124 Bildwerken die weltweit umfangreichste öffentliche Schwitters-Sammlung. Das angeschlossene Kurt-Schwitters-Archiv erschließt den Kontext des Werks für Forschende.
Welche Atelierbereiche gibt es in Hannover?
Atelierräume konzentrieren sich auf die Nordstadt, das Lister Viertel und die Linden. Günstigere Mietverhältnisse als in Hamburg oder Berlin haben in diesen Stadtteilen eine dichte Kunstproduktion entstehen lassen. Über den Kunstverein Hannover lassen sich Kontakte in die freie Szene herstellen.
Quellen & Hinweis
https://www.sprengel-museum.dehttps://www.kunstverein-hannover.dehttps://www.hannover.dehttps://www.kulturzentrum-faust.deDieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI erstellt und redaktionell geprüft.