Bildende Künstler

Kunst im Fokus

Die Katze: Ein Tier schreibt Kunstgeschichte

Katzen gehören zu den faszinierendsten Motiven der bildenden Kunst – von den Tempelfiguren des alten Ägypten über japanische Farbholzschnitte bis zur zeitgenössischen Malerei und Fotografie. Künstlerinnen und Künstler nähern sich dem Tier auf ganz unterschiedliche Weise: realistisch beobachtend, symbolisch aufgeladen oder spielerisch abstrahiert – ein Motiv mit bemerkenswert langer Tradition.
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Heilige Tiere und stille Begleiter

Kaum ein Tier hat die Kunstgeschichte so nachhaltig geprägt wie die Katze. Im alten Ägypten galt sie als heiliges Tier der löwenköpfigen Göttin Bastet und wurde in Bronzefiguren, Wandmalereien und sogar als einbalsamierte Mumie verehrt – eine Wertschätzung, die ihresgleichen sucht. Im Kultzentrum von Bubastis im Nildelta legten Gläubige über Jahrhunderte hinweg unzählige Katzenmumien als Opfergaben nieder, von denen noch heute große Mengen in Museen weltweit aufbewahrt werden. Im Europa des Mittelalters und der Frühen Neuzeit tauchte die Katze dagegen seltener und meist am Bildrand auf: in religiösen Gemälden als Sinnbild für Unabhängigkeit, Wachsamkeit oder – je nach Kontext – auch für Heimtücke, in Genreszenen schlicht als Begleiterin im häuslichen Alltag. Bastet selbst wurde dabei häufig mit dem Kopf einer Katze und einem Sistrum in der Hand dargestellt – einem Musikinstrument, das mit Festfreude, Schutz und weiblicher Fruchtbarkeit assoziiert wurde.

Die Katze im japanischen Farbholzschnitt

Eine ganz eigene Tradition der Katzendarstellung entwickelte sich in Japan. Meister des Farbholzschnitts wie Katsushika Hokusai, Utagawa Hiroshige und Utagawa Kuniyoshi nahmen die Katze als wiederkehrendes Motiv in ihre Bildwelten auf – mal verspielt und anschmiegsam, mal geheimnisvoll und beinahe dämonisch, häufig auch mit Anspielungen auf Wohlstand, Geschmack oder erotische Konnotationen. Kuniyoshi trieb diese Vorliebe besonders weit: In seiner Serie „Katzen als die 53 Stationen der Tōkaidō-Straße" ersetzte er sämtliche menschlichen Reisenden der berühmten Landschaftsserie seines Zeitgenossen Hiroshige durch Katzen – ein humorvoller Kommentar auf eine der bekanntesten Bildfolgen seiner Zeit. Diese Drucke gelangten im 19. Jahrhundert in großer Zahl nach Europa und beeinflussten als Teil des sogenannten Japonismus Künstler wie Vincent van Gogh, Claude Monet und Paul Gauguin – und mit ihnen auch deren Blick auf vermeintlich „banale" Motive wie das Haustier.

Steinlen, Wain und Foujita: Die Katze erobert Europa

Im Paris des ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhunderts wurde die Katze endgültig zu einem eigenständigen Bildthema. Théophile Alexandre Steinlen, ein in der Schweiz geborener Grafiker, schuf 1896 das Plakat „Tournée du Chat Noir" für das berühmte Pariser Künstlercabaret und machte die schwarze Katze damit zu einer Ikone des Plakatdesigns um 1900. Im viktorianischen England wiederum begeisterte der Illustrator Louis Wain ein Massenpublikum mit vermenschlichten Katzenfiguren, die in Anzug, Hut oder Brille menschliche Szenen nachstellten und bis heute immer wieder neu aufgelegt werden. Wenige Jahre später ließ sich der japanisch-französische Maler Tsuguharu Foujita, der 1913 nach Paris übersiedelte und dort unter anderem mit Pablo Picasso und Henri Matisse verkehrte, von seiner Wahlheimat ebenso inspirieren wie von seiner Herkunft: 1930 veröffentlichte er in New York das Mappenwerk „A Book of Cats" mit zwanzig Kaltnadelradierungen, das bis heute als eines der schönsten illustrierten Tierbücher des 20. Jahrhunderts gilt und in dem er sich der samtigen Textur des Katzenfells mit einer Genauigkeit widmete, die westliche Ölmalerei und östliche Tuschetechnik miteinander verschmelzen ließ.

Vielfalt der Gegenwart

In der zeitgenössischen Kunst ist die Katze längst keine Randfigur mehr, sondern ein Motiv, das in nahezu allen Medien auftaucht: in der Malerei und Zeichnung ebenso wie in Druckgrafik, Skulptur, Fotografie und digitaler Kunst. Manche Künstlerinnen und Künstler beobachten das Tier mit großer Genauigkeit und feiern seine Anatomie und sein Verhalten, andere verfremden es ins Abstrakte oder laden es – ganz in der Tradition Ägyptens oder Japans – mit neuer Symbolik auf. Gerade diese Spannweite zwischen genauer Beobachtung, Humor und Symbolik macht die Katze zu einem Motiv, an dem sich unterschiedlichste künstlerische Handschriften ablesen lassen, und erklärt, warum es Generation für Generation neue Künstlerinnen und Künstler anzieht. Auch die belgisch-niederländische Malerin Henriette Ronner-Knip (1821–1909) wurde im 19. Jahrhundert weit über die Grenzen ihres Heimatlandes hinaus für ihre detailreichen, oft anrührend inszenierten Katzenbilder bekannt und zählt bis heute zu den bedeutendsten Tiermalerinnen ihrer Epoche.

Katzen auf BK.net

Auch auf BK.net hat das Motiv seinen festen Platz: Zahlreiche Künstlerinnen und Künstler präsentieren hier Katzendarstellungen, die von liebevoll-realistischen Porträts einzelner Tiere über grafisch reduzierte Kompositionen bis zu verspielt-abstrakten Interpretationen reichen. Wer sich für das Thema interessiert, findet auf der Plattform damit nicht nur kunsthistorische Bezüge zu Ägypten, Japan, London oder Paris um 1900, sondern auch unmittelbaren Zugang zu Künstlerinnen und Künstlern, die das Motiv heute auf ihre eigene Weise weiterschreiben – in Öl, Aquarell, Druckgrafik oder Skulptur – und deren Werke sich direkt erwerben lassen.

Häufige Fragen

Was macht Katzendarstellungen in der Kunst so besonders?

Katzen verbinden in der Kunst Gegensätze: Anmut und Wildheit, Nähe und Unabhängigkeit. Sie sind seit Jahrtausenden Bildmotiv und laden Künstler ein, zwischen Beobachtung und Symbolik zu arbeiten.

In welchen Techniken entstehen Katzendarstellungen?

Katzendarstellungen finden sich in nahezu allen Techniken der bildenden Kunst: Ölmalerei, Aquarell, Zeichnung, Druckgrafik, Skulptur und Fotografie. Auf BK.net finden sich entsprechende Arbeiten in unterschiedlichsten Medien.

Kann ich eine Katzendarstellung direkt beim Künstler kaufen?

Ja. Viele Künstler auf BK.net verkaufen ihre Arbeiten direkt. Über die Künstlerseite lässt sich Kontakt aufnehmen und ein Erwerb vereinbaren.