MARTHA und weitere Ateliergemeinschaften
Die Künstlergemeinschaft MARTHA wurde 2004 von der Künstlerin Petra Jaschinski gegründet und arbeitet bis heute am Hackenweg 33 in Oldenburg. Zu den Mitgliedern zählen Künstlerinnen und Künstler aus Malerei, Druckgrafik und angewandter Kunst, die das Haus gemeinsam unterhalten und mehrmals im Jahr zu Werkstattbesuchen einladen. In der ehemaligen Brennerei in Oldenburg-Etzhorn hat sich mit der Alte Brennerei Hilbers eine weitere Ateliergemeinschaft etabliert, die Bildende Kunst mit Tanz und Musik unter einem Dach verbindet. Weitere Zusammenschlüsse wie die Ateliergemeinschaft Stau 119 mit Schwerpunkten in Bildhauerei, Malerei und Installation sowie der Kunstraum-Atelier an der Bahnhofstraße ergänzen das Bild einer kleinteiligen, aber aktiven Atelierlandschaft, die sich über mehrere Stadtteile verteilt. Wer einen Besuch plant, findet Adressen und Öffnungszeiten in der Regel über die jeweilige Ateliergemeinschaft selbst, da die Häuser keine durchgehenden Publikumsöffnungszeiten wie ein Museum führen.
Offene ARTEliers: zwei Wochenenden im September
Einmal jährlich veranstaltet der Freundeskreis Bildende Kunst Oldenburg e.V. die Offenen ARTEliers. Am ersten Wochenende öffnen die Ateliers in der Region Oldenburg, eine Woche später jene in der Stadt selbst ihre Türen. Bei der Ausgabe 2026 zeigten insgesamt 87 Kunstschaffende ihre Arbeiten und gaben Einblicke in Entstehungsprozesse und Arbeitstechniken, von der Druckwerkstatt bis zum Bildhaueratelier. Das Format hat sich über die Jahre zu einem festen Termin für Kunstinteressierte in der Region entwickelt und wird von wechselnden Ateliers aus Malerei, Fotografie, Keramik und Skulptur getragen. Die teilnehmenden Ateliers wechseln von Jahr zu Jahr, sodass sich ein Blick auf die jeweils gültige Teilnehmerliste vor dem Besuch lohnt. Wer mehrere Ateliers an einem Tag besuchen möchte, plant am besten eine Route entlang der veröffentlichten Standortliste, da sich die Werkräume über die gesamte Stadt und das Umland verteilen.
Haus für Medienkunst und Kunstverein als Ergänzung
Das Haus für Medienkunst und der Kunstverein Oldenburg ergänzen den direkten Atelierkontakt um ein institutionelles Programm aus Ausstellungseröffnungen, Künstlergesprächen und Residenzveranstaltungen. Diese Formate sind wertvoll für Einblicke in international vernetzte, oft prozessuale Kunstproduktion, ersetzen aber nicht den unmittelbaren Werkstattbesuch bei den Mitgliedern der Oldenburger Ateliergemeinschaften. Der Oldenburger Kunstverein zählt mit seiner Gründung 1843 zu den ältesten Kunstvereinen Deutschlands; Zweck war von Anfang an die Unterrichtung über Kunstgegenstände und die Förderung des Kunstsinns in der Stadt. 1867 bezog der Verein mit dem Augusteum sein erstes eigenes Ausstellungshaus und hat seither weit über 850 Ausstellungen organisiert. Wer sich für die Schnittstelle zwischen freier Atelierarbeit und institutioneller Förderung interessiert, findet hier ergänzende Perspektiven.
Atelierbesuche auf Anfrage
Außerhalb der Offenen ARTEliers sind viele Oldenburger Künstlerinnen und Künstler für persönliche Atelierbesuche offen. Am direktesten ist die jeweilige Ateliergemeinschaft erreichbar; einzelne Künstlerinnen und Künstler kontaktiert man sonst meist über deren Website oder Social-Media-Profil. Wer einen Atelierbesuch mit einem Stadtbesuch verbinden möchte, kann ergänzend das Horst-Janssen-Museum besuchen, das die zeichnerische Tradition der Stadt zeigt – als Ergänzung, nicht als Ersatz für den direkten Künstlerkontakt vor Ort. Das Museum wurde am 13. November 2000, einen Tag vor Horst Janssens Geburtstag, von Bundeskanzler Gerhard Schröder eröffnet und zeigt rund 1.800 Werke aus der vom Oldenburger Unternehmer Hüppe 1995 erworbenen Sammlung des Ehepaars Carin und Carl Vogel – Zeichnungen, Radierungen, Holzschnitte und Plakate, die Janssens Bandbreite als Zeichner auf Papier dokumentieren.