Kunsthalle Bremen – eine der ältesten deutschen Kunstsammlungen
Die Kunsthalle Bremen wurde 1849 eröffnet und ist damit eine der ältesten deutschen Kunsthallen. Ihr Gebäude am Wallanlagen gehört zur Bremer Bürgerschaft: Gegründet und getragen vom Kunstverein in Bremen, einem der traditionsreichsten deutschen Kunstvereine, finanziert sie sich überwiegend durch Mitgliedsbeiträge und Spenden. Die Sammlung umfasst rund 230.000 Werke vom Mittelalter bis zur Gegenwart – Malerei, Grafik, Fotografie und Skulptur – mit besonderer Stärke bei den Worpsweder Malern und dem frühen 20. Jahrhundert.
Paula Modersohn-Becker Museum
An der Böttcherstraße, einer von dem Bremer Kaufmann und Mäzen Ludwig Roselius in den 1920er Jahren gestalteten Gasse, befindet sich das Paula Modersohn-Becker Museum. Es wurde 1927 eröffnet und ist das weltweit erste Museum, das dem Werk einer Künstlerin gewidmet ist. Die Sammlung enthält Gemälde, Zeichnungen und Grafiken von Paula Modersohn-Becker (1876–1907), die als Pionierin der europäischen Avantgarde gilt und wesentliche Impulse aus dem Worpsweder Kreis und aus Paris mitbrachte.
Worpswede – die Künstlerkolonie vor den Toren Bremens
Rund 30 Kilometer nördlich von Bremen liegt Worpswede, eine der bekanntesten deutschen Künstlerkolonien. Fritz Mackensen, Otto Modersohn und Hans am Ende gründeten dort 1889 eine Gemeinschaft, der sich Heinrich Vogeler (ab 1894) anschloss, die das Teufelsmoor und die norddeutsche Landschaft zum Bildgegenstand machte. Heute ist Worpswede ein Ensemble aus Museen, Galerien, Ateliers und dem von Heinrich Vogeler umgestalteten Barkenhoff, das als Gesamtkunstwerk der Reformbewegung gilt. Kunsthalle Worpswede, Große Kunstschau und Haus im Schluh sind die wichtigsten Ausstellungsorte.
Weserburg und Gerhard Marcks Haus
Die Weserburg | Museum für moderne Kunst liegt auf einer Weserinsel und zeigt zeitgenössische Kunst aus privatem Sammlungsbesitz. Das Gerhard Marcks Haus, benannt nach dem bedeutenden deutschen Bildhauer, ist auf Skulptur spezialisiert und zeigt Werke vom frühen 20. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Beide Häuser ergänzen das Kunstangebot der Stadt um konzentrierte Spezialsammlungen.
Bremen als Kunststandort
Was Bremen von anderen norddeutschen Städten unterscheidet, ist die bürgerliche Kunsttradition: Die Kunsthalle als Bürgerinstitution, das Mäzenatentum der Roselius-Familie und der enge Bezug zur Künstlerkolonie Worpswede haben eine ungewöhnlich dichte Kunstlandschaft entstehen lassen. Die freie Szene konzentriert sich auf das Viertel, die Neustadt und das Gebiet um das Kulturzentrum Schlachthof.